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Abstract

Zusammenfassung

Im Rahmen der Herzkatheterdiagnostik und-therapie muß bei einem Teil der Patienten mit einer lokalen Komplikation im Bereich des arteriellen Gefäßzuganges gerechnet werden. Die Komplikationsraten sind je nach Untersuchungstechnik und Ort der Punktion unterschiedlich. Bei der am häufigsten durchgeführten Katheteruntersuchung von der Arteria femoralis aus sind vielfältige Komplikationen möglich; als bedeutsam müssen Blutung und Hämatombildung, Dissektion und/oder arterieller Gefäßverschluß sowie Entwicklung eines Aneurysma spurium oder einer AV-Fistel angesehen werden. Bei einer Herzkatheteruntersuchung über die Arterien des Armes (klassische operative Sones-Technik, Punktion der Arteria brachialis oder in neuerer Zeit Radialispunktion) sind ganz überwiegend lokale Gefäßverschlüsse im Bereich des Zuganges zu befürchten. Die Inzidenz einer Gefäßkomplikation ist wesentlich abhängig von patientenseitigen (Geschlecht, Alter, Größe, Gewicht, manifester Hochdruck, Diabetes mellitus, Vorliegen einer arteriellen Verschlußkrankheit, Compliance des Patienten nach Entfernen der Schleusen) und untersuchungsbedingten (Ort des arteriellen Gefäßzugangs, diagnostische oder interventionelle Katheterisierung, Durchmesser der Schleusen und Katheter, Notwendigkeit einer periprozeduralen Antikoagulation, Verweildauer der Schleusen, fehlerhafte Punktionstechnik, Erfahrung des Untersuchers) Faktoren. Darüber hinaus spielt es für die berichteten Häufigkeiten einer Komplikation eine Rolle, wie sie defininiert und in welchen Untersuchungsjahren und mit welcher Untersuchungsmethode nach ihnen gesucht wurde.

Aktuell muß bei einer Katheteruntersuchung über die Arteria femoralis in der Technik nach Judkins mit einer Häufigkeit schwerwiegender arterieller Komplikationen von 0,1 bis 2% nach diagnostischen und 0,5 bis 5% nach interventionellen Eingriffen gerechnet werden.

Nach komplexen Prozeduren über sehr großlumige Schleusen mit lauger Schleusenverweildauer und effektiver Antikoagulation (zum Beispiel IABP, Ballonvalvuloplastie, passagere. Linksherzunterstützung) sind schwerwiegende periphere Komplikationsraten von bis zu 14% berichtet. Bei transbrachialem und transradialem Zugang sind lokale Komplikationsraten von 1 bis 3% nach diagnostischen und 1 bis 5% nach interventionellen Eingriffen zu befürchten. Zur Verringerung dieser Komplikationen sind eine große Erfahrung des Untersuchers mit sorgfältiger und sensibler Punktionstechnik sowie besondere Vorsicht bei Patienten mit Risikokonstellation (Frauen, Patienten mit arterieller Verschlußkrankheit, Patienten unter Antikoagulation, Eingriffe über großlumige Schleusen) zu fordern. Im Rahmen der Katheterdiagnostik und-therapie kann durch Verwendung von dünnlumigeren Kathetern und einer angemessenen, nicht zu aggressiven Antikoagulation die Zahl der lokalen arteriellen Gefäßkomplikationen gesenkt werden. Eine sichere Blutstillung und eine engmaschige Überwachung nach Entfemen der Schleusen sind notwendig.

Details

Title
Periphere arterielle Komplikationen nach Herzkatheteruntersuchung
Author
Heintzen, M P 1 ; Strauer, B E 1 

 Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Medizinische Klinik und Poliklinik B, Klinik für Kardiologie, Pneumologie und Angiologie, Düsseldorf, (GRID:grid.411327.2) (ISNI:0000000121769917) 
Pages
4-20
Publication year
1998
Publication date
Feb 1998
Publisher
Springer Nature B.V.
ISSN
03409937
e-ISSN
1615-6692
Source type
Scholarly Journal
Language of publication
German
ProQuest document ID
1027153924
Copyright
© Urban & Vogel 1998.