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OLIVER JENS SCHMITT: Skanderbeg. Der neue Alexander auf dem Balkan. Regensburg: Pustet, 2009, 432 S., Abb., ISBN 978-3-7917-2229-0.
Geht man von den Ergebnissen seines politischen und militärischen Wirkens aus, ist Georg Kastriota Skanderbeg (1405-1468), wie der Autor resümiert, eine eher tragische Gestalt (S. 349). Alle Versuche, wirksame Unterstützung von benachbarten Mächten zu erhalten, waren schließlich gescheitert. Der Widerstand gegen die Durchsetzung der osmanischen Herrschaftauch im Raum des heutigen Nordalbanien war am Ende doch gebrochen, das Land verwüstet und entvölkert. Blickt man hingegen auf Skanderbegs Handeln und seine Ziele selbst, so kann man leicht nachvollziehen, wie fasziniert seine Zeitgenossen von ihm waren und dass die Nachwelt ihn als Helden in Erinnerung behalten hat.
Es ist nun das Anliegen von Oliver Schmitt, nicht nur den Lebensweg von Skanderbeg nachzuzeichnen, sondern dem Leser zugleich die Welt vorzustellen, in der er gewirkt hat, von der er geprägt war. Neben der Erfassung von publizierten Quellen und Forschungsliteratur, neben der Erschließung weiterer verstreuter Archivalien gehörten zu Schmitts Recherche auch Reisen in die Region, um sich eine bessere Anschauung vom damaligen Geschehen an den verschiedenen Schauplätzen machen zu können. Die meisten der dem Band beigegebenen Fotos entstanden auf diesen Reisen.
Als Sohn von Ivan Kastriota, einem Aufsteiger unter den albanischen Adelsfamilien, 1405 geboren, wurde Georg Kastriota 1423 Sultan Murad II. als Geisel übergeben. Er wurde Muslim und machte eine Karriere im Dienst des Sultans, erhielt den Beinamen Skanderbeg, "Herr Alexander". Als der Vater 1443 auf Geheiß des Sultans ermordet wurde, begann Skanderbeg, verbündet mit anderen Adligen, einen Aufstand und kehrte zum Christentum zurück, seine Beinamen behielt er....





