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Abstract
Da Testosteron wie andere Steroidhormone problemlos die Blut-Hirn-Schranke passiert und der Androgenrezeptor im zentralen Nervensystem an zahlreichen Stellen zu finden ist, sind bei Männern und Frauen zahlreiche Auswirkungen von Testosteron auf die Psyche beschrieben. Am häufigsten diskutiert wird die Beeinflussung der Sexualität, wobei v. a. sexuelle Appetenz und Phantasien, spontane nächtliche Erektionen, die sexuelle Aktivität und die Häufigkeit von Orgasmus und Ejakulation Testosteron-abhängig sind. Die Stimmungslage und der Antrieb werden möglicherweise ebenfalls durch Testosteron beeinflusst, d. h. bei einigen Männern führt ein Testosteronmangel zu einer depressiven Symptomatik. Erhöhte Testosteronspiegel wurden in der Vergangenheit mit einer verstärkten Aggressivität in Zusammenhang gebracht. Auch einige kognitive Fähigkeiten (räumliches und mathematisches Vorstellungsvermögen, Sprachvermögen) scheinen zumindest teilweise Testosteron-abhängig zu sein.
Aufgrund der hochkomplexen Funktionsweise des menschlichen Gehirns ist eine wissenschaftlich exakte Zuordnung der Testosteron-bedingten Auswirkungen meist nicht möglich. Einerseits spielen sicher viele andere Faktoren eine Rolle, andererseits wird Testosteron auch intrazerebral metabolisiert und die Metaboliten sind wiederum selbst wirksam. Außerdem besteht eine bidirektionale Wirkungsweise in folgendem Sinn: Hormone können das menschliche Verhalten beeinflussen, aber auch das Verhalten der Menschen selbst hat Auswirkungen auf ihren Hormonspiegel. Schließlich stammt ein großer Teil der Daten lediglich aus tierexperimentellen Untersuchungen, Experimente an Menschen sind aus ethischen Gründen oder technischen Schwierigkeiten für viele Fragestellungen nicht durchführbar.
Testosterone, like other steroid hormones, crosses the blood-brain barrier, and the androgen receptor is present in most parts of the human brain. Therefore, testosterone has many effects on the psyche, mainly in men but also in women. Most often discussed is its influence on sexuality, especially on desire and sexual fantasies, spontaneous nighttime erections, sexual activity, and the number of orgasms and ejaculations. Mood and energy are also testosterone related. Testosterone deficiency in male patients can lead to depressive disorders. In the past, elevated testosterone levels were seen as responsible for strongly aggressive behaviour. Some cognitive functions (spatial and mathematical sense, verbal skills) are, at least to a certain point, testosterone related.
Due to the extremely complex functioning of the human brain, a scientifically exact statement regarding the true relationship between testosterone and human behaviour is not possible. On the one hand, the cause is definitively multifactorial, but on the other, testosterone is metabolised in the brain, and the metabolites act by themselves. Furthermore, a bidirectional relationship exists between hormones and human behaviour: Human behaviour is influenced by hormones, and human behaviour also has a direct influence on the levels of many hormones in the human body. Finally, much data in this field are derived from animal studies; studies on humans cannot be conducted because of ethical reasons or scientific and technical problems.[PUBLICATION ABSTRACT]




