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Abstract

Ich muß gestehen, ich halte diese begrifflichen Vorgaben und die daraus folgenden Zuordnungen für die am meisten problematische und am wenigsten einleuchtende Seite an diesem schön gestalteten Band, der von klug kommentierten Materialien überfließt und selbst etwas wie ein Stück germanistischer Polyhistorie darstellt (mit der die Resultate der heute wohl schon so gut wie historischen 'Barockforschung' ja ohnehin oft verwandt gewesen sind). Hemmerling tut deshalb gut daran, sich mit Michael Wiedemanns Historisch-poetischen Gefangenschafften (von Leipzig 1689) auf einen dazwischen liegenden Typus zu konzentrieren, "als Paradebeispiel einer Unterhaltungszeitschrift aus dem Dunstkreis der polyhistorischen Kompilationen" (S. 223).4 Ergiebig ist auch Hole Rößlers Beitrag über Polymathie als Bildungsutopie in Johann Daniel Majors utopischer Erzählung See-Farth nach der Neuen Welt/ ohne Schiff und Segel von 1670, da man der Polymathie um diese Zeit nicht mehr unbedingt zutraut, als Träger einer zukunftsgerichteten Bildungskonzeption zu funktionieren. Auch die Beigabe einer Bibliographie der gedruckten und ungedruckten Schriften dieses hochinteressanten und zu wenig erschlossenen Autors wäre zu wünschen gewesen - Wünsche dieser Art, etwa eine Zusammenstellung der Namen, Daten und Titel wenigstens der behandelten Autoren sowie der wichtigsten Forschungsliteratur, lassen sich auch gegenüber diesem wertvollen Band im ganzen nicht verhehlen.

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