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Abstract
Durch ihren Fokus auf variablenorientierte Fallvergleiche bei großen Stichproben gehen Survey-Methoden mit einem Informationsdefizit bzgl. der kontextabhängigen, praktischen Bedeutung beobachteter Konstrukte einher. Diese Problematik wird Mithilfe des Konzeptes der „ökologischen Validität“ expliziert. Am Beispiel einer sequentiellen, quantitativ-qualitativen Mixed-Methods-Studie zu antiamerikanischen Vorurteilen in Deutschland wird demonstriert, wie qualitative Leitfadeninterviews (n = 22) Defizite ökologischer Validität in standardisierter Vorurteilsmessung (CATI-Survey, n = 808, Sommer 2011) ausgleichen können. Die qualitativen Interviews ermöglichen Einblicke in die kontextspezifischen Funktionen antiamerikanischer Rhetorik. Auf dieser Grundlage werden Erklärungshypothesen für die im Survey beobachteten Zusammenhänge von Antiamerikanismus, Antisemitismus und Rassismus generiert. Die komplementäre Methodenkombination ist zudem verknüpft mit einer theoretischen Perspektiverweiterung: Einstellungstheoretische und sprachpragmatische Vorurteilskonzepte werden miteinander verbunden, um die Konstruktvalidität der präsentierten Studie zu steigern.





