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Abstract
Mixed Methods wurden in der Sozialforschung immer schon eingesetzt, wie sich anhand von einflussreichen empirischen Studien aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zeigen lässt, wobei die Kombination qualitativer und quantitativer Methoden aber oft gar nicht oder nur forschungspragmatisch begründet wurde. Die seit den 1970er-Jahren entwickelten und verwendeten Konzepte zur theoretischen Begründung oder Legitimation von Mixed-Methods-Designs leiden unter einer Engführung auf formale und erkenntnistheoretische Fragestellungen, wie sich sowohl am Begriff „Triangulation“, als auch an der kontroversen Debatte über die quantitativer, qualitativer und Mixed-Methods-Forschung zugrunde liegenden Paradigmen zeigen lässt. Mit einer Gegenüberstellung von „Positivismus“, „Konstruktivismus“ und „Pragmatismus“ werden nämlich nicht nur veraltete Frontlinien konserviert und komplexe wissenschaftsphilosophische Probleme simplifiziert, es gerät auch der für den Methodengebrauch stets relevante Gegenstandsbezug aus dem Blick.
Die Notwendigkeit für einen Einsatz quantitativer und qualitativer Methoden (und für deren Kombination) ergibt sich aber aus der Art der sozialen Strukturen, die das konkrete Untersuchungsfeld bestimmen und die sich hinsichtlich ihrer Konstanz, Stabilität und Flexibilität stark unterscheiden können. Strukturen begrenzter Reichweite oder „kontingente Strukturen“ erzeugen jeweils spezifische Probleme beim Einsatz sowohl von qualitativen als auch von quantitativen Methoden, die in Mixed-Methods-Designs durch die Stärken der jeweils anderen Methodentradition entdeckt und bearbeitet werden können.





