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Pöge-Alder, Kathrin: Märchenforschung. Theorien, Methoden, Interpretationen. Tübingen: Gunter Narr Verlag, 2007. 267 S.
Nach den grundlegenden Arbeiten Max Lüthis über das Märchen (102004) und über Das europäische Volksmärchen ("2005) liegt nun eine Monographie von der Herausgeberin des Erzählerlexikons (Marburg 2000), Kathrin Pöge-Alder, über das Thema Märchenforschung vor; eine Arbeit, die sich als Stuthenbuch versteht und dementsprechend nach jedem Kapitel Fragen an die Stutherenden stellt. Eine (selbsfjprüfende, märchenhafte Idee, nicht nur für Studenten und Studentinnen, sondern auch für interessierte Laien bzw. Autodidakten. Obwohl Lüthis grundlegende Werke schon im Titel ihren Gegenstand als ,Märchen' bzw. ,Volksmärchen' bezeichneten, während Pöge-Alders Buch ,Märchenforschung' heißt, ist ihr Anliegen ähnhch, wenn auch die Forschungs- und Darstellungsmethoden verschieden sind.
Zunächst soll hier ein Unterschied zwischen den jeweUigen Bestimmungen aufgezeigt werden: Während Lüthi z. B. die ,Abgrenzungen' des Märchens gegen die anderen Volksdichtungsgattungen herausstellt, spricht Pöge-Alder über seine "Grenzen zu den Gattungen der populären Literatur" (Inhaltsverzeichnis). Auch die betrachteten Gattungen sind zahlreicher: Zu den von Lüthi analysierten kommen hier noch Witz, Rätsel und Sprichwort hinzu. Über Grenzen zu reden ist aber legitim, werden diese doch vor allem von Erzählern und Erzählerinnen des 20. Jahrhunderts in der ländlichen mündlichen Tradition übertreten: Sie mischen oft Elemente verschiedener Gattungen in ihrem Vortrag. Dies ist nur möglich, weil etliche Motive beweglich und frei verfügbar sind. Dies zeigt die Verfasserin anhand von Lieb wie Salz (Mot. H 592.1, M 21). Für Einsteiger sind...





