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Abstract
Zahlreich angiographisch kontrollierte Regressionsstudien haben gezeigt, daß die medikamentöse Cholesterinsenkung zu einer deutlichen Reduktion kardiovaskulärer Komplikationen führt, aber kaum den angiographisch nachweisbaren Stenosegrad beeinflußt. Diese Studien haben zu einem neuen Paradigma der koronaren Herzkrankheit bzw. der arteriosklerotischen Plaque geführt, das heißt, die klinische Prognose wird nicht nur durch den Stenosegrad, sondern vielmehr durch die Struktur bzw. Verletzbarkeit der Plaque bestimmt. Dementsprechend wird beispielhaft eine stabile von einer instabilen vulnerablen Plaque unterschieden. Die vulnerable instabile Plaque ist durch einen relativ großen lipidreichen Kern und eine dünne fibröse Kappe gekennzeichnet. Reißt diese Kappe ein, kommt es zu einem akuten thrombogenen Geschehen, das in dem plötzlichen Auftreten einer instabilen Angina-pectoris-Symptomatik oder eines Myokardinfarktes resultieren kann. In der letzten Zeit mehren sich die klinisch-experimentellen Hinweise, daß Cholesterinsynthesehemmer bzw. Statine möglicherweise nicht nur das Plasmacholesterin senken, sondern auch direkte Effekte auf die Gefäßwand haben. So ist durch mehrere Studien gezeigt worden, daß eine effektive cholesterinsenkende Therapie mit einer Verbesserung der endothelialen Dysfunktion assoziiert ist. Ferner kann die Therapie mit Statinen zu einer Verkleinerung des lipidreichen Kerns sowie zu einer Verminderung der Makrophagenaktivierung führen und die Proliferation der glatten Gefäßmuskelzellen beeinflussen. Dementsprechend muß die klinische Perspektive künftig darin liegen, die Vulnerabilität bzw. Instabiität von Plaques klinisch und morphologisch besser zu charakterisieren, um dann gegebenenfalls spezifische Ereignisse, die zu akuten Komplikationen führen, wie zum Beispiel das Einrißrisiko der vulnerablen Plaque, therapeutisch bzw. präventiv zu reduzieren.





