Content area

Abstract

In experimentellen Infarktmodellen konnte eine hyperbare Sauerstoffgabe den Reperfusionsschaden reduzieren und die mikrovaskuläre Perfusion verbessern. In der AMIHOT-I-Studie wurde das Konzept der postinterventionellen hyperbaren Sauerstofftherapie (pO2 760-1 000 mmHg für 90 min) bei Patienten mit Vorderwand- oder großem Hinterwandinfarkt (< 24 h) getestet. Es konnte jedoch kein Unterschied im Vergleich zur Kontrollgruppe nachgewiesen werden. Lediglich bei Patienten mit Vorderwandinfarkt < 6 h ließ sich eine Verbesserung zeigen. Deshalb hat AMIHOT-II dieses spezielle Kollektiv prospektiv mit einem randomisierten Studiendesign untersucht. Studienleiter war G. Stone, New York, NY, USA.

Methodik

Studiendesign

Randomisiert, kontrolliert, offen

Primärer Endpunkt

Infarktgröße (Tc-99m-Sestamibi-SPECT) Überlegenheit nach 14 Tagen

Zur Fallzahlberechnung wurde die Bayes-Statistik angewendet, die ein Datenpoolen mit geeigneten Patienten aus AMIHOT-I erlaubt

Patientenauswahl

Einschlusskriterien: STEMI der Vorderwand < 6 h

Ausschlusskriterien: Kardiogener Schock u.a.

Anzahl der teilnehmenden Zentren

20

Evidence-based-Medicine-(EBM-)Score (www.TCTMD.com)

Klinischer primärer Endpunkt

Ja = 3

Nein = 0

3

Doppelblind (einschließlich Ärzten)

Ja = 1

Nein = 0

0

Beobachtungsintervall für den primären Endpunkt ≥6 Monate

Ja = 1

Nein = 0

0

Multicenter (mindestens 3 Zentren)

Ja = 1

Nein = 0

1

Externes und vom Steering Committee unabhängiges Clinical Event Committee/DSMB (Datensicherheit-Monitoring-Board)

Ja = 1

Nein = 0

1

Primärer Endpunkt erreicht

Ja = 1

Nein = 0

1

Power von ≥80% für den primären Endpunkt erreicht

Ja = 1

Nein = 0

1

Anteil des Follow-up der Patienten für angiographischen primären Endpunkt ≥80% und ≥95% für klinischen primären Endpunkt

Ja = 1

Nein = 0

1

Gesamt-EBM-Score

8

"Silber-Score" für randomisierte, kontrollierte Studien (RaCT) oder kontrollierte Registerstudien (ReCT mit präspezifizierter Kontrollgruppe und Power-Kalkulation); es sind maximal 10 Scorepunkte möglich (J Intervent Cardiol 2006;19:485-92)

Ergebnisse (*p < 0,05)

Hyperbare O2-Therapie

Kontrollgruppe

Patientenanzahl

n = 222 (AMIHOT-II)

n = 36 (AMIHOT-I)

n = 258 (gesamt)

n = 79 (AMIHOT-II)

n = 45 (AMIHOT-I)

n = 124 (gesamt)

Patientencharakteristika

Beide Gruppen waren vergleichbar

Prozedurdaten

Symptom-Prozedur-Zeit

194,5 min

171 min

TIMI 3 vor PCI

7,4%*

16,4%

TIMI 3 nach PCI

88,4%

93,0%

Primärer Endpunkt

Infarktgröße

18,5%

25,0%*

MACE

5,4%

3,8%

Tod

1,8%

0

Reinfarkt

1,8%

2,5%

TVR

3,6%

3,8%

Apoplexie

0

0

Sekundäre Endpunkte

Blutungskomplikationen

24,3%

12,7%*

In dieser multizentrischen Studie konnte eine signifikant geringere Infarktgröße nach 14 Tagen bei mit hyperbarer O2-Therapie behandelten Patienten gezeigt werden. Diesen positiven Ergebnissen stehen signifikant mehr Blutungskomplikationen gegenüber. Da aber diese periinterventionellen Blutungskomplikationen nach heutigem Kenntnisstand für den Patienten eine prognostische Bedeutung haben, bleibt unklar, ob die gefundene Infarktgrößenreduktion, und damit verbunden ein bisher nicht dokumentierter klinischer Nutzen für den Patienten, wieder antagonisiert wird.

M. Haude, Neuss [PUBLICATION ABSTRACT]

Details

Title
AMIHOT-II
Author
Anonymous
Pages
669
Publication year
2007
Publication date
Nov 2007
Publisher
Springer Nature B.V.
ISSN
03409937
e-ISSN
1615-6692
Source type
Scholarly Journal
Language of publication
German
ProQuest document ID
207473313
Copyright
Urban & Vogel München 2007