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ANDRZEJ ZBIKOWSKI (Hrsg.) Polacy i Zydzi pod okupacja niemiecka 1939-1945. Studia i materialy [Polen und Juden unter der deutschen Okkupation 1939-1945. Studien und Materialien]. Wydawnictwa IPN Warszawa 2006. 1026 S. = Monographie, 24.
Das polnisch-jüdische Neben-, Gegen- und Miteinander in den dreißiger und vierziger Jahren gehört zu den umstrittensten Themen der Polen betreffenden Historiographie im 20. Jahrhundert. Doch ist das polnisch-jüdische Verhältnis in den Jahren des Zweiten Weldmegs bislang kaum wirklich erforscht worden; die Kontroverse nährte sich vielmehr von einer umfangreichen, meist einseitigen und häufig polemischen Meinungsliteratur.
Beflügelt durch die sogenannte Jedwabne-Debatte sind seit 2001 am Institut für das Nationale Gedenken (IPN) in Polen beziehungsgeschichtliche Forschungsarbeiten entstanden, von denen nun zehn in diesem Sammelband vorgelegt werden. Vier davon haben aufgrund ihres Umfangs quasi monographischen Charakter. DARIUSZ LIBIONKA erarbeitet aus den Quellen, wie die bedeutendste Organisation des polnischen Widerstands (ZWZ-AK) und das Warschauer Vertretungsorgan der Exilregierung (Delegatura Rzadu) 1942/43 auf den Judenmord unter der nationalsozialistischen Besatzung reagiert haben. MARCIN URYNOWICZ schildert - auf eine umfangreiche polnische Literatur gestützt - die "organisierte und individuelle Hilfe von Polen für die vom deutschen Besatzer während des Zweiten Weltkriegs vernichtete jüdische Bevölkerung". Dabei geht es um die Zeit ab Frühherbst bzw. ab Dezember 1942, nachdem der (Vorläufige) Rat für Judenhilfe - auch Zegota-Komitee genannt - in zwei...





