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Abstract

Zusammenfassung

Als repetitive monomorphe ventrikuläre Tachykardie (RMVT) wird eine rechtsventrikuläre Tachykardie bei Patienten ohne strukturelle Herzerkrankung mit überwiegend singulärer, bigeminiformer oder salvenartiger monomorpher ventrikulärer Extrasystolie bezeichnet. Zumeist liegt eine Linksschenkelblock-Konfiguration mit Indifferenz- oder Steiltyp während der ventrikulären Tachykardie vor. In unserem Kollektiv von 20 Patienten war es bei 35% anamnestisch zu Synkopen gekommen. In drei Fällen war eine Synkope Erstmanifestation der RMVT. Bei 25% unserer RMVT-Patienten waren auch anhaltende ventrikuläre Tachykardien mit einer Dauer >3 min im Langzeit-EKG dokumentiert. Wesentliche Differentialdiagnose einer RMVT ist die paroxysmale anhaltende Form der idiopathischen ventrikulären Tachykardie. Neben dem typischen salvenartigen Auftreten der ventrikulären Extrasystolie ist die Belastungsabhängigkeit wegweisend für die Diagnose einer RMVT. In 85–90% der Fälle gelang in unserem Patientenkollektiv die Auslösung von Salven einer RMVT oder einer anhaltenden RMVT mittels Ergometrie oder eines Isoproterenol-Testes. Die Auslösung einer RMVT mittels programmierter rechtsventrikulärer Stimulation gelang in unserem Patientenkollektiv nur in 13% der Fälle. Somit ist die Durchführung einer elektrophysiologischen Untersuchung nur zur Unterscheidung einer ventrikulären von einer supraventrikulären Tachykardie mit Schenkelblock oder zum Ausschluß einer anderen ventrikulären Tachyarrhythmie bei stattgehabter Synkope erforderlich. Die Prognose der RMVT ist gut; in unserem Kollektiv von RMVT-Patienten traten während einer Nachbeobachtungszeit von bis zu 4 Jahren keine lebensbedrohlichen ventrikulären Tachyarrhythmien auf. Die Mehrzahl der Patienten mit RMVT läßt sich mit Verapamil oder β-Blocker ausreichend gut einstellen. Gelegentlich ist eine Therapie mit einem Klasse-III-Antiarrhythmikum erforderlich. Während bei der paroxysmalen anhaltenden Form der idiopathischen ventrikulären Tachykardie bei medikamentöser Therapierefraktärität eine Katheterablation mit hervorragenden Erfolgsaussichten vorgenommen werden kann, ist die Durchführung einer Katheterablation bei RMVT nur in seltenen Fällen indiziert.

Details

Title
Repetitive monomorphe ventrikuläre Tachykardie (Typ Gallavardin): Klinische und elektrophysiologische Charakteristika von 20 Patienten
Author
Hoffmann, E 1 ; Reithmann, C 1 ; Neuser, H 1 ; Nimmermann, P 1 ; Remp, T 1 ; Steinbeck, G 1 

 Medizinische Klinik I, Klinikum Großhadern, Universität München, Marchioninistraße 15, D-81377 München, 
Pages
353-363
Publication year
1998
Publication date
May 1998
Publisher
Springer Nature B.V.
ISSN
03005860
Source type
Scholarly Journal
Language of publication
German
ProQuest document ID
2415611037
Copyright
© Steinkopff Verlag 1998.