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Abstract
Die ganzheitliche Vernetzung von Systemen ist eines der Ziele des Internets der Dinge (IoT). Hierarchisch übergeordneten Systemen sollen so u. a. Sensordaten zur Verfügung gestellt werden. Zur Datenübertragung werden zunehmend Telemetriesysteme mit geringem Energieverbrauch bei gleichzeitig hoher Reichweite eingesetzt. Diese auch als Low-Power Wide-Area Networks (LPWAN) bezeichneten Funksysteme nutzen häufig die lizenzfreien Industrial, Scientific and Medical (ISM) und Short-Range-Devices(SRD) Frequenzbänder unterhalb 1 GHz. Den Vorteilen dieser Frequenzbänder stehen nachrichtentechnische Herausforderungen gegenüber. So ist eine hohe Übertragungssicherheit nur durch störresistente Übertragungsverfahren erreichbar. Frequenzsprung-Spreizverfahren (FHSS) und die Verwendung von Kanalcodierung sind eine der Möglichkeiten. Für dynamische Störumgebungen sind zudem Adaptive (AFHSS) und Kognitive Frequenzsprung-Spreizverfahren (CFHSS) vielversprechende Ansätze. Eine Bewertung der Leistungsfähigkeit von FHSS-, AFHSS- und CFHSS-Verfahren mit geringer Latenz blieb bislang offen.
Diese Arbeit knüpft hier an und untersucht die Zuverlässigkeit dieser Kanalzugriffsverfahren. Ausgangspunkt ist eine Analyse empirischer Kanalzugriffe in den sub-GHz ISM-/SRDBändern. Mit Fokus auf die Anwendung von LPWANs in industriellen Umgebungen basiert diese auf einer in einem mittelständischen Maschinenbauunternehmen durchgeführten Messkampagne. Mit dem komplexwertigen Basisbandsignal als Grundlage und einer auf Bildverarbeitungsmethoden beruhenden Signalverarbeitungskette erfolgt die Detektion konkurrierender Kanalzugriffe in Zeit- und Frequenzdimension. Die für einzelne Störsysteme abgeleiteten Zugriffsattribute Zugriffslänge, Mittenfrequenz, Bandbreite und mittlere Zugriffsrate dienen schließlich als Grundlage eines abgeleiteten Kanalzugriffsmodells. Zur Untersuchung der Leistungsfähigkeit von FHSS-Verfahren in interferenzlimitierten Kanälen werden die Störungen und die Nutzübertragung des LPWANs in Bezug zueinander gesetzt. Die Modellierung erfolgt hierzu durch eine zeitdiskrete homogene Markov-Kette. Durch Modellierung der Koexistenz wird die mittlere Decodierfehlerwahrscheinlichkeit der eingesetzten Kanalcodierung bestimmt. Hierbei wird die Verteilungsdichtefunktion der Überlagerungslängen von Referenzübertragung und konkurrierenden Kanalzugriffen iterativ berechnet. Mit der entwickelten Methodik wird schließlich die mittlere Paketfehlerwahrscheinlichkeit sowie deren unteren Grenzen für FHSS- und AFHSS-Verfahren semi-analytisch berechnet. Für exemplarische Szenarien wird zudem die untere Grenze von CFHSS-Verfahren simulativ untersucht und Schlussfolgerungen abgeleitet. Die entwickelte Methodik stellt somit u. a. einen Ausgangspunkt für weiterführende Entwicklungen von Verfahren zur Erzeugung und Optimierung von Frequenzsprungsequenzen und Frequenzsprung-Spreizverfahren dar.





