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Abstract
Die nicht-invasive Formfindung ist Bestandteil der umfassenden Forschung zur Blechmassivumformung. In der vorliegenden Arbeit wird durch die Weiterentwicklung dieses Formoptimierungsalgorithmus, ein wesentlicher Beitrag geleistet um die Anwendbarkeit auf reale Prozesse der Blechmassivumformung zu ermöglichen.
Die nicht-invasive Formfindung verfolgt das Ziel, die Form des Halbzeugs eines Umformprozesses zu optimieren. Als Kriterium der Optimierung dient die Formabweichung des umgeformten Bauteils zu der angestrebten Zielform. Im Kontext der nicht-invasiven Formfindung wird der Umformprozess als numerische Simulation, unter Verwendung der Finiten-Elemente-Methode, betrachtet.
Die Anwendbarkeit der Formoptimierung auf reale Prozesse wird wesentlich durch die Abbildung der Prozesse in der numerischen Simulation bestimmt. Werden Umformprozesse mittels der Finiten-Elemente-Methode simuliert, so ist der Einsatz von adaptiven Strategien, zur Anpassung des Finite-Elemente-Netzes an den Verzerrungszustand, erforderlich. Zu diesem Zweck werden drei entsprechende Strategien betrachtet und deren Anwendbarkeit innerhalb der nicht-invasiven Formfindung untersucht. Die h-adaptive Netzverfeinerung wird eingesetzt, um eine hohe Genauigkeit der numerischen Simulation durch Teilung der bestehenden Elemente herbeizuführen. In der r-adaptiven Anpassung bleiben Konnektivität und Knotenanzahl unverändert, sodass eine Anpassung des Netzes durch Verschiebung der Knotenpositionen umgesetzt wird. Das dritte Verfahren ist die adaptive Neuvernetzung. Hierbei wird das gesamte Finite-Elemente-Netz während der Berechnung erneuert. Zu diesem Zweck wird die bestehende Konnektivität aufgelöst und anschließend die Daten vom ursprünglichen auf das neue Netz übertragen. Die Umsetzung dieser drei Strategien sowie die Formoptimierung der Halbzeuge wird an drei Beispielen demonstriert.
Wird das Halbzeug eines Umformprozesses in seiner Form optimiert, so sind die begrenzten Möglichkeiten der Fertigung dieses Halbzeugs zu berücksichtigen. Aus diesem Grund wird zum einen eine Beschränkung der Formänderung des Halbzeugs durch Restriktion einzelner Raumrichtungen umgesetzt. Zum anderen wird der potentielle Designraum des Halbzeugs abgebildet und so eine mehrdimensionale Beschränkung der Formänderung in die Optimierung einbezogen.
Die umfassende Betrachtung der Prozesskette ermöglicht es den Prozess der Vorumformung in die Optimierung einzubeziehen. Durch kontinuierliche Anpassung des Werkzeugs der Vorumformung an die optimierte Halbzeugform wird sichergestellt, dass Abweichungen aus der Vorumformung in der Optimierung des Halbzeugs berücksichtigt werden. Als Konsequenz ist kein zusätzlicher Nachbearbeitungsschritt erforderlich, da die angestrebte Zielform, unter Berücksichtigung der Vorumformung, tatsächlich erreicht wird. Die beabsichtigte Verkürzung der Prozesskette ist somit sichergestellt.





