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Abstract
Hintergrund und Ziele
Während der Gravidität einer Frau beeinflussen Sexualhormone die Entwicklung des Kindes. Diese Effekte können Erkrankungen im Erwachsenenalter begünstigen. Das Zeige-/Ringfingerlängenverhältnis gibt Rückschlüsse auf die Androgenexposition in utero. Ein kleines Zeige-/Ringfingerlängenverhältnis ist mit einem erhöhten Risiko für eine Computer- und Internetsucht assoziiert. Ebenso können Sexualhormone einen Einfluss auf die Zahnentwicklung haben. Die Zahngröße ist somit ein weiterer vermuteter Biomarker für die Testosteronexposition des Kindes im Mutterleib.
Methoden
Eine Kohorte von insgesamt 192 Teilnehmern wurde in einer dreistündigen klinischen Testung untersucht. Alle Teilnehmer konnten hinsichtlich der Nutzung von Internet, Sozialen Netzwerken und Internetspielen getestet werden. Die Datenerhebung umfasste mitunter Fragebögen zur Internetnutzung und die Vermessung von Körperstellen, z.B. die Vermessung des buccolingualen Zahndurchmessers der Zähne 43, 42, 32 und 33.
Ergebnisse
Übereinstimmend mit den Erwartungen waren die Zahngrößen der männlichen Teilnehmer signifikant größer als die der Teilnehmerinnen. Die Messungen der Zahngrößen durch die verschiedenen Interviewer ergaben keine signifikanten Unterschiede, außer für den rechten Schneidezahn und den linken Eckzahn bei den männlichen Probanden. Weder bei Männern noch bei Frauen konnte ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Alter und der Zahngröße festgestellt werden. Es gab keine signifikante Korrelation zwischen den Fragebögen zur Internetnutzung (Internet Addiction Test, Compulsive Internet Use Scale) und der Zahngröße bei den männlichen und weiblichen Studienteilnehmern. Eine signifikante negative Korrelation zwischen den erfüllten Kriterien der Social Network Use Disorder und dem Durchmesser des rechten Schneidzahns bei Männern wurde gefunden. Die Zahngrößen der rechten und linken Schneidezähne der Männer zeigte außerdem eine signifikant negative Korrelation mit dem Craving Score in der Kontrollbedingung eines Provokationsexperiments.
Schlussfolgerungen
Die männlichen Studienteilnehmer mit größeren Zähnen erfüllten weniger Kriterien der Social Network Use Disorder. Dies deutet an, dass bei erwachsenen Männern eine geringere pränatale Testosteronexposition in der späteren Schwangerschaft ein erhöhtes Risiko, eine Social Network Use Disorder zu entwickeln, bedingt.





