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Leitthema
Urologe201251:658665 DOI10.1007/s00120-012-2862-1 Onlinepubliziert:20.April2012 Springer-Verlag2012
M.R. Hoda P. Fornara
UniversittsklinikundPoliklinikfrUrologieundNierentransplantation, Martin-Luther-UniversittHalle-Wittenberg,Halle
Nephrektomie pro laparoskopisch
Seit der ersten laparoskopischen Nephrektomie durch Clayman et al. [1] im Jahre 1991 hat sich diese Methode zum bevorzugten Standard der Behandlung in den meisten Patienten mit lokalisierten Nierentumoren entwickelt. Dabei ist weiterhin zu beach-ten, dass trotz der Vorteile der Nephron-sparing-Chirurgie in der Behand-lung von Patienten mit kleinen Nierentumoren der berwiegende Anteil dieser Patienten immer noch einer radikalen Tumornephrektomie unterzogen werden. Die Grundlagen der konventionellen offenen Nephrektomie sind die frhe vaskulre Kontrolle des Hilus, Entfernung der Niere ohne ffnung der Gerota-Faszie und bei gegebener Indikation die Entfernung der ipsilateralen Nebenniere und die regionale Lymphknotendissektion.
Dem unermdlichen Einsatz der involvierten Urologen und der kontinuierli-chen Verbesserung der Instrumente sei es zu verdanken, dass die laparoskopische Nephrektomie heute diese Mindestanforderungen bestens erfllen und sich durchaus erfolgreich mit der offenen Technik messen kann. Daten aus den groen Serien zeigen, dass nach laparoskopischer Nephrektomie die Patienten von frher Mobilisation, geringerem Schmerzmittelverbrauch, krzeren Krankenhausaufenthalten und einer frherer Rckkehr zu normalen Aktivitten profitieren [2, 3, 4]. In den entsprechenden Studien zeigten sich bezogen auf die perioperative Aktivierung der systemischen Stress(immun)reaktion des Organismus deutliche
Vorteile fr laparoskopische Techniken gegenber der offenen Operationen [5, 6, 7]. Darber hinaus sind die rezidivfreien und die tumorspezifischen berlebensraten mit denen der offenen Operation vergleichbar [8]. So wird die laparoskopische Nephrektomie an spezialisierten Zentren mittlerweile auch bei mutmalichen Risikogruppen wie pdiatrischen oder geriatrischen Patienten sowie Nierentransplantierten vorgenommen [9].
Nach Etablierung der Laparoskopie in der chirurgischen Behandlung von Nierentumoren nehmen nun auch Berichte ber Erfahrungen mit verschiedenen modifizierten Techniken zu. Dabei scheint die roboterassistierte Laparoskopie einen technischen Vorteil bei organerhaltenden Eingriffen wie der Teilexzision oder bei rekonstruktiven Operationen zu bieten. Einzelne Mitteilungen ber die roboteruntersttzte Tumornephrektomie existieren, zeigen aber keinen signifikanten Vorteil gegenber der laparoskopischen Nephrektomie bei ungleich hheren Kosten in Anschaffung und Betrieb.
Indikationen und Kontraindikationen
Indikationen zur laparoskopischen Nephrektomie schlieen benigne und maligne Erkrankungen der Niere ein, sowie die Spendernephrektomie zur Lebendspendentransplantation. Zu benignen Erkrankungen zhlen die symptomatische funktionslose Niere, Nephrolithiasis, Schrumpfnieren, symptomatische Hydronephrose und Zystennieren. Bei malignen Erkrankungen besteht die prinzipiel-
le Indikation zur laparoskopischen Nephrektomie bei Nierentumoren bis zu einer Gre von 7 cm, welche nicht organ-erhaltend therapiert werden knnen. Daraus lassen sich auch die mglichen relativen Kontraindikationen, nmlich kleinere...