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Abstract
Zusammenfassung
Die zirkumferentielle Verkürzungsgeschwindigkeit des linken Ventrikels, die der aktuellen endsystolischen meridionalen Wandspannung angemessen ist, gilt als ein Kontraktilitätsparameter. Er kann echokardiographisch bestimmt werden, sofern der endsystolische Druck in der Aorta ascendens bekannt ist, der normalerweise direkt gemessen wird. Ziel der Untersuchung war es, einen Algorithmus zu finden, mit dem dieser Druckwert aus oszillometrischen Messungen des peripheren Blutdrucks abgeleitet werden konnte, um so eine Möglichkeit zu schaffen, die myokardiale Kontraktilität bei Kindern durch die simultane Anwendung von Echokardiographie und Oszillometrie nichtinvasiv zu ermitteln.
Bei n = 99 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit verschiedenen Herzfehlern (Alter: 1 Tag–37 Jahre, Median 5,5 Jahre) wurde bei Herzkatheteruntersuchungen der Druck in der Aorta ascendens direkt gemessen. Gleichzeitig erfolgten oszillometrische Blutdruckmessungen am Oberarm mit dem Dinamap-8100-Blutdruckmonitor.
Bei den direkten Messungen korrelierten endsystolischer Druck (ESPdirekt) und aortaler Mitteldruck (MAPdirekt) eng: ESPdirekt = 1,04 * MAPdirekt–2,18; r2 = 0,91; sy.x = 5,1 mm Hg. Für die Beziehung zwischen dem direkt gemessenen endsystolischen Druck und dem oszillometrisch gemessenen arteriellen Mitteldruck ergab sich ESPdirekt = 1.19 * MAPDinamap–4,8; r2 = 0,74; sy.x. = 8,3 mm Hg.
Mit dieser Gleichung wurde bei n = 52 Patienten aus dem oszillometrisch gemessenen arteriellen Mitteldruck der endsystolische Druck abgeleitet und dann die endsystolische meridionale Wandspannung (ESSmDinamap) berechnet. Sie stimmte gut mit der Wandspannung überein, die auf der Basis der invasiven Druckmessung bestimmt worden war (ESSmdirekt), denn die mittlere Differenz der Einzelwerte betrug Mw (ESSmDinamap– ESSmdirekt) = 2,1 kdyn/cm2, das 95%-Toleranzintervall hatte eine Spannweite von –16,2 bis 12,1 kdyn/cm2 und die Regressionsgleichung lautete ESSmdirekt = 1,07 * ESSmDinamap– 2,22; r2 = 0,91; sy.x. = 7,1 kdyn/cm2.
Beispielhaft wurde die myokardiale Kontraktilität nichtinvasiv bei n = 12 herzinsuffizienten Säuglingen mit komplexen angeborenen Herzfehlern und Lungenhyperfusion bestimmt, um zu prüfen, wie sich die Gabe vo Propranolol (1,5–2 mg/kg/d) zusätzlich zu Digoxin und Diuretika auf die myokardiale Kontraktilität auswirkt. Nach sechs Monaten wurde eine Normalisierung der Kontraktilitätsindizes gefunden, die vor Therapiebeginn mehrheitlich erniedrigt waren. Damit konnte gezeigt werden, daß die nichtinvasive Bestimmung der myokardialen Kontraktilität sinnvoll zur Überwachung eines neuen Therapiekonzeptes angewendet werden kann.
Details
1 Klinik für Pädiatrische Kardiologie, Georg-August-Universität Göttingen, Robert-Koch-Str. 40, D-37075 Göttingen, (GRID:grid.7450.6) (ISNI:0000 0001 2364 4210)





