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Jahrestagung der dgv-Kommission "Religiosität und Spiritualität" in RELIGIO - westfälisches Museum für religiöse Kultur, Telgte, 22. - 24. November 2012
Vom 22. bis 24. November fand die erste Tagung der 2011 gegründeten dgvKommission fur ,Religiosität und Spiritualität' statt, organisiert von Helmut Groschwitz (Bonn) und Anja Schöne. Sie als stellvertretende Museumsleiterin und Thomas Ostendorf dis Museumsleiter hatten zu diesem Anlass in das im April 2012 neu konzipierte ,RELiGIO - westfälisches Museum für religiöse Kultur' in Telgte eingeladen. Angeh Treiber (Eichstätt-Ingolstadt) eröffnete die Tagung mit einem Vortrag, der die gesellschaftlichen Entwicklungen und Transformationen des Religiösen in den letzten Jahrzehnten thematisierte und dabei vor allem den sozio-kulturellen Umgang mit der Mehrdeutigkeit der Religion als neue Herausforderung fur eine analytische Religionswissenschaft kritisch reflektierte.
Das erste Panel der Tagung widmete sich den historischen und gegenwärtigen Formen und Wandlungen religiöser Institutionen. Christine Aka (Münster) nahm die Protestantisierung des kirchlichen Raums in der Frühen Neuzeit in Norddeutschland ins Visier und zeigte, wie dieser zum Statusvermittler sozialer Beziehungen und familiären Vermögens der bäuerlichen Gesellschaft in der Grafschaft Oldenburg wurde und sich dabei symbolisch, materiell und architektonisch veränderte. - Katrin Bauer (Bonn/Bochum) beschäftigte sich mit den gegenwärtigen Herausforderungen beider großer Kirchen: dem Zwang zum Verkauf oder zur Verpachtung von Kirchen und Gemeindehäusern aufgrund struktureller und finanzieller Veränderungen. Im Zentrum ihres Vortrags stand die Auswirkung solcher Prozesse auf die sozialen Akteure der Gemeinden. - Über die sozialen Akteure von Sömmersdorf (Franken) und die dort in fünfjährigem Rhythmus aufgeführten Passionspiele berichtete Jochen Ramming (Würzburg). Deren Motivationen und Identitätskonzepte changieren zwischen Tradition und dem Bedürfnis nach Erneuerung, dem...





