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Abstract

Die vorliegende Arbeit dokumentiert und kontextualisiert das Werk der französischen Kunstpädagogin und ehemaligen Itten-Schülerin Eva Eyquem, geb. Plaut (1915-2009). Es ist meine Absicht, ihr Werk für Forschung und Lehre zugänglich zu machen und für einen kunstpädagogischen Diskurs zu öffnen, der sich mit Positionen in der Nachfolge der Bauhaus-Pädagogik befasst. Meine Arbeit ist in zwei Teile gegliedert. Sie umfasst eine Monografie zu Eva Eyquem, sowie eine fachwissenschaftliche Reflexion, in der ich die Grundzüge ihrer kunstpädagogischen Haltung und die Quellen ihrer Theoriebildung darstelle. Quellenlage Um Eyquems Werk dokumentieren zu können, habe ich ein kommentiertes Werkverzeichnis erstellt und bereits bestehendes Archivmaterial digitalisiert und neu strukturiert. Als neu erschlossene Quellen konnte ich aus ihrem Nachlass Lebensdokumente, Fotografien, Briefe, ihre Bilbliothek sowie von ihr betreute Master- und Doktorarbeiten zugänglich machen und archivieren. Weitere Dokumente und Informationen über ihre Person und ihr Werk aus dem privaten und beruflichen Umfeld habe ich nach Provenienzen geordnet und in Personenregistern erfasst, die ebenfalls dem Archiv angegliedert sind. Das auf diesem Weg erschlossene Werk Eva Eyquems umfasst neben einzelnen künstlerischen Arbeiten ein breites Spektrum an Tätigkeiten als Kuratorin, Kunstwissenschaftlerin und Kunstpädagogin, das ich wie folgt gegliedert habe: • eigene künstlerische Arbeiten, • von Eyquem kuratierte Ausstellungen, • von ihr betreute Zulassungsarbeiten, Master- und Doktorarbeiten, • von ihr verfasste Texte, Kommentare und Notizen, • Interviews mit Eva Eyquem, • Vorträge, Symposien und Seminare, • Fotodokumentationen des kunstpädagogischen Werks, • Publikationen von und zu Eva Eyquem. Zur Biografie Eva Eyquems Anhand Eva Eyquems Biografie zeige ich unterschiedliche Einflüsse auf, die zu einem Werk führten, das verschiedene kulturelle Aspekte verbindet: die Welt Ostasiens, eine europäische Erziehung, die Erfahrung der Lehre Johannes Ittens, die Studienzeit und die Galeristentätigkeit am Montoparnass, sowie das Umfeld der Dozentin an der Sorbonne. Eva Eyquem wuchs in Tokio auf und verbrachte ihre Schulzeit in Berlin, wo sie die Itten-Schule besuchte. Nach ihrer Rückkehr nach Japan, wo sie zu unterrichten begann, entschloss sie sich zum erneuten Umzug nach Europa. Sie lebte seit ihrem Kunststudium an der Académie de la Grande-Chaumière mit einer kurzen Unterbrechung während der Kriegsjahre bis zu ihrem Lebensende in Paris. Hier war sie in der Nachkreigszeit als Kuratorin und Galeristin tätig. Viele Jahre lehrte sie an der Universität Sorbonne, Saint Charles im Fachbereich Kunstwissenschaft und Bildende Kunst. Zwischen 1972 und 1999 unterrichtete sie kontinuierlich an unterschiedlichen Bildungseinrichtungen der Stadt Nürnberg, wo sie ein breites Publikum erreichte. Auf Einladung der Kunsthalle Nürnberg und des Kunstpädagogischen Zentrums im Germanischen Nationalmuseum entwickelte sie eine Praxis der Kunstvermittlung, die sich anfangs auf Ausstellungen Johannes Ittens bezog und sich in den folgenden Jahren auf weitere Bereiche ausdehnte. Sie erschloss dabei unterschiedliche Zielgruppen und arbeitete mit kunstinteressierten Erwachsenen, Studierenden, Lehrern verschiedener Schularten, Schulklassen aller Altersstufen bis hin zu Kindern im Vorschulalter und Kindergartenkindern. Eyquem wirkte in Nürnberg sowohl im kunstwissenschaftlichen Kontext, als auch im Bereich bildnerisch-ästhetischer Praxis. Der theoretische Diskurs, die Auseinandersetzung mit Fragen der Ästhetik, der Kunstgeschichte und der Kunsttheorie, sowie der Philosophie und der Psychologie war ebenso Quelle ihres Wirkens wie die unmittelbare Begegnung mit der bildenden Kunst, ganz besonders der zeitgenössischen Kunst. 1994 stellte Eyquem dem Lehrstuhl für Kunstpädagogik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg ausgewählte Materialien aus ihrem pädagogischen Werk als Archiv zur Verfügung, das seitdem als ein Grundstock für Forschung und Lehre dient. Fachwissenschaftliche Reflexion Die unterschiedlichen Formate ihres kunsttheoretischen und kunstpädagogischen Werks stelle ich im zweiten Teil der Arbeit anhand ausgewählter Beispiele dar und reflektiere diese im Kontext der von Eyquem rezipierten Fachliteratur. Auffällig ist dabei, dass ihr Interesse vor allem zeitgenössischen Publikationen galt. Das Spektrum ihrer Bezugsquellen reichte von Rousseau und Wölfflin bis hin zu Positionen des Französischen Strukturalismus. Im Laufe der Auseinandersetzung mit Eyquems Werk ist mir bewußt geworden, dass der Kern ihrer Tätigkeit nicht im Bereich der Erziehungswissenschaft, der Kunstgeschichte, der Kunsttheorie, der Kunstphilosophie, der Anthropologie oder der Psychologie zu finden ist, obwohl es vielfältige Querverbindungen zu diesen Wissenschaftsbereichen gibt, sondern in einer Kunstvermittlung, die auf den künstlerischen Aspekt im Pädagogischen ausgerichtet ist. Ein erstes Kapitel fachwissen.

Alternate abstract:

The present study documents and contextualizes the work of Eva Eyquem, (née Plant, 1915-2009), a French art teacher and former student of Johannes Itten. She attended the Itten School in Berlin during the 1930s and developed an innovative art educational and theoretical approach while teaching at the Sorbonne in Paris. She further applied her work at several cultural institutions in Nuremberg. Based on the teachings of Johannes Itten and influenced by avant-garde tenets of the time, her art education paradigm places the act of creation, as individual form of expression, at the centre of her teaching position. This dissertation comprises both a monograph about Eva Eyquem, as well as a subject-specific reflection on the main features of her art education position and the sources for her theoretical stance. For this purpose an annotated catalogue raisonée has been established, and archived material from the Department of Art Education at the Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg has been digitized and newly structured. This thesis finally makes Eyquem’s work accessible for research and teaching outputs. It opens and generates discourse on new perspectives in art education from the impressive Bauhaus legacy.

Details

Title
Einblick in Ein Kunstpädagogisches Skizzenbuch Leben und Werk Von Eva Eyquem
Author
Richter, Sabine
Publication year
2015
Publisher
ProQuest Dissertations & Theses
ISBN
9798383075029
Source type
Dissertation or Thesis
Language of publication
German
ProQuest document ID
3073247773
Copyright
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