Zusammenfassung
Der Artikel untersucht antipluralistische Raumkonstruktionen in rechtsextremen Diskursen in Österreich. Durch den Fokus auf umkämpfte Räume werden unterschiedlich e frames bzw. Deutungsmuster sichtbar, und es wird deutlich, wie diese genutzt werden, um eine einheitliche und .geschlossene' Landschaft zu konstruieren. Wir zeigen auf, dass den rechten Diskursen die Vorstellung einer nicht-pluralen Gemeinschaft inhärent ist, die sich in den konstruierten Räumen - beispielsweise .öffentliche" und .private", .eigene' und .andere" Räume - widerspiegelt. Unser Artikel arbeitet heraus, wie in den so konstruierten Räumen Ausschluss- und Einschlussmechanismen qua Ethnizität, Nationalität, Kultur, Religion und Geschlecht sowie durch die Verknüpfung dieser Kategorien der Differenz legitimiert werden. Unsere Analyse kann deutlich machen, dass dies über zwei zentrale frames funktioniert: erstens über die Konstruktion einer .Bedrohung" durch ,die Anderen bzw. durch Vielfalt, zweitens über die Darstellung der .eigenen" Gruppe als Opfer.
Schlüsselwörter
Rechtsextremismus, Österreich, frames, Antipluralismus, Raumkonstruktionen
Contested Spaces Anti-pluralism in right-wing extremist discourses in Austria
Abstract
The article at hand scrutinizes anti-pluralist constructions of space in right-wing extremist discourses in Austria. Applying a perspective of doing space we are able to identify frames and categories, which right-wing actors use to construct an anti-pluralist landscape. Our analysis confirms that right-wing discourses are based on the idea of society as non-pluralist. This idea is produced through the construction of spaces - 'public' and 'private', 'other' and 'our' space. Focussing on the construction of contested spaces we show how references to alleged differences in ethnicity, nationality, culture, religion and gender and their intersections are used to legitimize inclusion and exclusion in right-wing discourses and practices. Finally, our analysis points out that these anti-pluralist constructions are based on two central frames: the frame of threat (by 'the other' and by pluralism) and the frame of victimization (of the 'own group').
Keywords
Right-wing extremism, Austria, frames, anti-pluralism, doing space
Spannungsfeld Anti-Pluralismus. Viele Stimmen im rechten Diskurs?
In ganz Europa sind rechtsextreme und rechtspopulistische Parteien bei Wahlen - etwa den EU-Parlamentswahlen im Mai 2014 - erfolgreich. Häufig werden der französische Front National (FN) sowie die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) als Pioniere der europäischen Rechten bezeichnet (vgl. Rydgren 2005). Ihre letzten Wahlerfolge - die FPÖ kam auf 20,51% bei den österreichischen Parlamentswahlen 2013 sowie auf 19,72% bei der EU-Wahl, der FN eroberte bei den französischen Kommunalwahlen 2014 einige Städte und wurde bei den EU-Wahlen stärkste Partei - scheinen ihre Bedeutung zu bestätigen. Zudem entstanden in den letzten Jahren parteiunabhängige rechtsextreme Bewegungen und Initiativen, die insbesondere gegen die .Islamisierung' Europas mobilisieren. Ein Beispiel ist die Identitäre Bewegung, die ihren Anfang als bloc identitaire bzw. Génération Identitaire in Frankreich nahm (Glösel/Strobel/Bruns 2014, 61 ff.) und die auch in Österreich als Identitäre Bewegung Österreich (IBÖ) gegen ,den' Islam mobilisiert. Darüber hinaus formierten sich auch in Österreich zahlreiche Bürger_inneninitiativen, die sich gegen den Bau von Moscheen bzw. von Islamischen Zentren engagieren.
Wissenschaftliche Analysen rechtsextremer Parteien und Gruppen des vergangenen Jahrzehnts untersuchten vor allem die Gründe ihrer Entstehung und die Bedingungen ihrer Erfolge (siehe dazu u.a. Wiegel 2013; Heinisch 2012; Poglia Mileti et al. 2002; Priester 2012). Die Charakterisierung rechter Diskurse variiert in dieser Literatur: So wurden sie als rassistisch (vgl. Krzyzanowski/Wodak 2008; Solomos 2013; Fekete 2009), als islamophob (vgl. Krzyzanowski 2013; Hafez 2010), als anti-muslimisch (vgl. Klammer 2013) und als fremdenfeindlich (vgl. Camus 2002) bezeichnet. Diese unterschiedlichen Qualifizierungen verweisen auch auf eine gewisse Bandbreite rechtsextremer Themenmobilisierung. Was die unterschiedlichen Positionen im Rechtsextremismus allerdings eint, ist ihr Antipluralismus, ihr Streben nach Homogenität und die Ablehnung von Vielfalt - allesamt Charakteristika, die durch populistisch-antagonistische Argumentationsfiguren transportiert werden, also durch die Schaffung binärer Gegensätze zwischen ,uns' und .ihnen' (Laclau 2005). Rechtsextremismus, der in einem populistischen Politikmodus operiert, bedient sich - so unser Ausgangspunkt - eines ausschließenden und zugleich nach innen homogenisierenden Antipluralismus, der binäre Oppositionen auf vertikaler und horizontaler Ebene herstellt: Ein ,Wir' wird von .Denen da oben' (vertikal) ebenso abgegrenzt wie von den .Anderen', dem ,Nicht-Wir' (horizontal) (Reinfeldt 2000, I32ff). So wird ,das Volk' als "ordinary people" (Canovan 1999,5), ausgestattet mit einem "einheitlichen Willen" (Heinisch 2004, 252), gegen die Eliten in Stellung gebracht. Die Anrufung des Volkes dient aber auch der Ausgrenzung .Anderer', also all derjenigen, die als ,Nicht-Wir? gesehen werden wie z.B. Homosexuelle, Migrant_innen oder Feminist_innen (vgl. Pelinka 2002, 284ff; vgl. auch Krastev 2007, 105; Reisigl 2012, 141). In dieser Logik ist gesellschaftliche Pluralität stets von .oben' bzw. von .außen' erzwungen und daher unerwünscht (Heinisch 2004, 253). ,Das' Volk erscheint als "our people" (Canovan 1999, 5), d.h. ethnische oder nationale Zugehörigkeit wird zu einer zentralen, wenn auch nicht zur einzigen gemeinschaftsstiftenden Bezugslinie. Anti-plurale Diskurse rechtsextremer Parteien und Bewegungen gründen also in einer ,,kollektive[n] Homogenitätsvorstellung bei Unterstellung einer Ungleichheit der Menschen" (Salzborn 2012, 106; vgl. Jaschke 2001; Connolly 2005). Pluralismus kann so nur als Bedrohung des imaginierten ,Wir' betrachtet werden (vgl. Bayer 2013; Reisigl 2002,159).
Wir schlagen im Folgenden vor, Antipluralismus als heuristisches Konzept zu verwenden, um die unterschiedlichen und durchaus ambivalenten Stimmen in rechten Diskursen zu analysieren. Im Fokus stehen dabei die ineinander greifenden Bezüge auf Ethnizität, Nationalität, Kultur, Religion und Geschlecht, über die Ein- und Ausschlüsse verhandelt werden. Diese .antipluralistische Linse* schärfen wir durch den Blick auf die Konstruktion gesellschaftlicher Räume, also auf Grenzziehungen zwischen oben und unten, innen und außen, sowie auf die Aufladung von Räumen und Orten mit bestimmten Charakteristika. Raumbezogene Erzählungen dienen in rechtsextremen Diskursen der Veranschaulichung und Plausibilisierung von Antagonismen, Ausschlüssen und antipluralistischen Positionen.' Daher kann - so unser Argument - die Analyse dieser Raumnarrative wesentliche Aufschlüsse über die Funktionsweise rechter Vorstellungen liefern. Wir wollen sichtbar machen, welche Argumentationsmuster rechtsextreme Organisationen und Parteien verwenden, um .geschlossene* Landschaften herzustellen. Die Identifizierung von Raumkonstruktionen soll Auskunft darüber geben, wie soziale Ausschluss- und Einschlussprozesse legitimiert, wie Homogenität und Hierarchien diskursiv hergestellt werden, wie also Pluralität negiert wird. Mit der Raumperspektive lässt sich, so unsere Überlegung, das ,Antiplurale* als Gemeinsamkeit unterschiedlicher Stimmen im rechten Diskurs verdeutlichen. Unser Text basiert auf der Analyse von Statements der FPÖ, des Rings Freiheitlicher Jugend (RFJ) - der Jugendorganisation der FPÖ -, der Anti-Moscheebau-Bürger_inneninitiativen in Wien (BI) sowie der Identitären Bewegung Österreichs (IBÖ). Die Untersuchung wurde im Rahmen der Projekte2 e-Engagement Against Violence (e-EAV) und RAGE - Hate speech and populist othering in Europe - durchgeführt.
Der Artikel argumentiert folgendermaßen: Im ersten Schritt stellen wir unser Forschungsdesign vor, also das Konzept Raum bzw. diskursive Raumkonstruktion, sowie die Methode der Materialauswertung, nämlich die kritische/rame-Analyse. Im nächsten Schritt präsentieren wir unsere Forschungsergebnisse, um dann den Text mit einer zusammenfassenden Reflexion über die Herstellung antipluralistischer und homogenisierender .Landschaften' in rechtsextremen Diskursen in Österreich zu schließen.
Raumkonstruktion und frames. Ansatz und Methode
Räume sind "kulturell geprägt", und sie sind "soziale Konstruktionen" (Christmann 2013, 155). Konkrete Orte sind also stets soziale Räume im doppelten Sinne: Einerseits werden in ihnen Menschen sozial positioniert, andererseits entwerfen Menschen diese Orte, stellen sie her und verändern sie, indem sie dort leben und handeln. Räume werden durch Praxen und Diskurse hergestellt, sie werden "erst vor dem Hintergrund menschlicher Bedeutungszuschreibungen gesellschaftliche Wirklichkeit" (ebd.). Diese Prozesse sind allerdings nicht einseitig zu denken: Räume ermöglichen oder verhindern auch das Handeln von Menschen, sie kreieren Subjekte in machtvollen oder unterworfenen Positionen. Räume sind, so Martina Löw, gleichzeitig durch menschliches Handeln strukturiert und strukturieren dieses. Sie sind "relationale (An)Ordnungen von Menschen (Lebewesen) und sozialen Gütern" (Löw 2001,166).
Das doing space, also die soziale und diskursive Herstellung von Räumen, erfolgt nicht zuletzt durch Grenzziehungen (boundary drawing) (vgl. Gurtner/Sauer 2014). Die Konstruktion bestimmter Orte und Räume ist somit nicht unschuldig, vielmehr ist damit die Herstellung von Zugänglichkeit oder Nicht-Zugänglichkeit und von erwünschten und unerwünschten Menschen(-gruppen) verbunden. Raumkonstruktionen sind einschließend und ausgrenzend, sie stellen Hierarchien her, sie tragen dazu bei, Unterschiede in Ungleichheit zu verwandeln. Kurz: Räume geben sozialen Beziehungen eine je spezifische Bedeutung.
Die feministische Theorie hat dies am Beispiel der geschlechtsspezifischen Trennung zwischen öffentlichen und privaten Räumen sichtbar gemacht. Auch interagierende soziale Differenzen wie Geschlecht, Ethnizität, Nationalität, Religion oder Klasse finden in räumlichen Ordnungsstrukturen einen Niederschlag, doch umgekehrt (und gleichzeitig) werden diese sozialen Ungleichheitsverhältnisse durch räumliche Anordnungen auch produziert und reproduziert. Wird die Überlagerung unterschiedlicher Kategorien der Differenz zur Legitimation von Ausschlüssen herangezogen, sprechen wir von .exkludierender Intersektionalität1. Räumliche (An)Ordnungen sind aufgrund ihrer (scheinbar) klaren Grenzziehungen zwischen innen und außen sowie der dadurch möglichen Ordnung von Menschengruppen besonders geeignet, rechtspopulistische Antagonismen zu unterfüttern und die Gefahren von Pluralität bzw. die Notwendigkeit von Homogenität sinnfällig zu machen. Die (An)Ordnung von innen und außen sowie oben und unten schafft so etwa ein ,Wir?, das gegen ,die Anderen in Stellung gebracht wird, oder auch ein ,Wir da unten' im Kontrast zu .Denen da oben'.
Unser Untersuchungsmaterial, anhand dessen wir die antipluralistischen Raumkonstruktionen analysieren, besteht aus zwölf leitfadengestützten Interviews mit Vertreterinnen der FPÖ, des RFJ und der Bürgerinneninitiativen gegen den Bau von Moscheen und Islamischen Kulturzentren in Wien (BI)A Trotz vieler Versuche war es uns nicht möglich, Mitglieder der IBÖ für ein Interview zu gewinnen. Daher analysierten wir die regionalen und bundesweiten Facebook-Profile und die darin eingebundenen Medien. Für die/rame-Analyse wurden Texte über die erste öffentlichkeitswirksame Aktion der IBÖ, "Zertanz die Toleranz", eine Aktion gegen einen Tanz-Workshop der Caritas am 29. September 2012 in Wien ausgewählt. Sowohl die Interviews wie auch die ausgewählten publizierten Texte fokussierten auf die Selbstdarstellung der jeweiligen Gruppierung, auf zentrale Motive für das eigene Engagement und auf als besonders drängend wahrgenommene politische Probleme.
Um die Bausteine der Raumkonstruktionen herauszuarbeiten, verwendeten wir das Instrument der kritischen/rame-Analyse (vgl. Verloo 2005; Lombardo/Meier/ Verloo 2009). Frames sind Deutungsrahmen, also "constructions that give meaning to reality" (Verloo 2005, 20). Die frame-Analyse identifiziert diese Deutungsrahmen und rekonstruiert so die Sinngebungs- und Aushandlungsprozesse von Wirklichkeit (ebd.). Im Anschluss an die Soziale-Bewegungsforschung geht die kritische frame-Analyse davon aus, dass solche Sinn- oder Deutungszusammenhänge zum einen ein .Problem1 konstruieren und zum anderen eine .Lösung" für dieses Problem anbieten. Frames sind also ein "organizing principle that transforms fragmentary or incidental information into a structured and meaningful problem, in which a solution is implicitly or explicitly included" (ebd.). Eine kritische/rame-Analyse identifiziert daher die zentralen Probleme (diagnosis) und die vorgeschlagenen Lösungen (prognosis), die explizit oder implizit angeboten werden.
Unsere /rame-Analyse von Interviews und Dokumenten rechter Organisationen und Parteien arbeitet Deutungszusammenhänge heraus, die sich auf Räume und deren Qualitäten, auf deren Begrenzungen und die Definition von Innen und Außen beziehen. Darüber hinaus untersuchen wir die Konstruktion von Vielfalt bzw. deren Ablehnung, indem wir Aussagen über Geschlecht, Ethnie, Nationalität und Kultur der im Raum verorteten Personen und Gruppen identifizieren. Wir gehen davon aus, dass diese Differenzen eine wesentliche Rolle für die Herstellung exklusiver Räume bzw. .geschlossener" Landschaften spielen und daher als zentrales Element rechtsextremer Argumentationszusammenhänge verstandenwerden müssen.
Anti-plurale Raumkonstruktionen. Untersuchungsergebnisse
Wir werden im Folgenden Raumkonstruktionen diskutieren, die in rechtsextremen Diskursen in Österreich implizit und explizit aufgerufen werden. Dazu haben wir die frames, Themen, Probleme und Bilder in unserem empirischen Material anhand der verwendeten Raumvorstellungen geordnet und systematisiert. Wir präsentieren zunächst jene Konstruktionen, die Orte und Räume als problematisch darstellen und durch Verweise auf Differenzkategorien und deren Überlagerungen exklusive Räume entstehen lassen. Im Anschluss diskutieren wir Raumvorstellungen, die Alternativen zu diesen .Problemräumen" bzw. imaginierten "anderen Orte(n)" (Gurtner/Sauer 2014, 284) vorschlagen.
Der bedrohliche und der bedrohte Raum. Problemdefinitionen
Raum der .Anderen' versus die eigene Wohlfühlzone
In unseren Dokumenten erscheint der .fremde Raum" zunächst als jener Ort, an dem sich .fremde Menschen' aufhalten. Diese .Fremden" werden schließlich genauer qualifiziert, nämlich als Türkinnen oder Muslim_innen (BI Interview 1, 2 und 3). Der .fremde Raum' wird zum einen jenseits der Grenzen Österreichs verortet, er wird aber auch innerhalb des Landes ausgemacht. Als seine Kennzeichen außerhalb Österreichs gelten Chaos und Krieg. Bedeutsam ist dieser Verweis auf den Raum jenseits der österreichischen Grenzen, weil ein Import der Gefahren durch grenzüberschreitende Migrant_innen beschworen wird:
[Libanon] war eines der reichsten Länder im Arabischen Raum. Ganz modern, französische Demokratieformen. [...] Mit den Palästinenser-Flüchtlingen hat sich das umgeschlagen. [...] Und dann kämpften sie [,die Moslems', Anm.: Autorinnen] sich blutig an die Regierung. Und heute ein gespaltenes Land. Ein wunderschönes Land ging kaputt und davor habe ich in Österreich Angst. (BI Interview 2)
In der Rede von einer den eigenen Raum bedrohenden Migration, von gefährlichen Menschen, die eine fremde Kultur, aber auch Krieg und Chaos importieren, erscheinen die österreichische - manchmal auch europäische - Identität, Kultur und Tradition als bedroht (IBÖ URL 3). Eine solche Grenzüberschreitung gelte es daher abzuwehren:
Aber hier in unserem Land wollen wir diesen schleichenden Nationalismus eines fremden Landes [gemeint Türkei, Anm.: Autorinnen] ganz sicher nicht haben. (BI Interview 2)
Konsequenterweise werden von Migrant_innen geprägte Räume in Österreich als fremd und gefährlich gezeichnet. Die Bürger_inneninitiative stellt das Islamische Kulturzentrum als einen Fremdkörper im Wohngebiet dar:
[U]nd man sieht die vielen Menschen, das [Islamische Zentrum, Anm.: Autorinnen] war eine Fabrikhalle, man weiß, da gibt es nur zwei Toiletten. Da marschieren 200 Leute auf einmal rein. Also diese kleine Gasse wurde der Wahnsinn. (BI Interview 3)
Insbesondere Schulen und Kindergärten werden als Orte markiert, die der Mehrheitsbevölkerung entfremdet werden. Sie seien zu .anderen' Erziehungsräumen, gleichsam fremden Enklaven geworden, in denen österreichische Traditionen, Gepflogenheiten und (Ess-)Gewohnheiten keinen Platz mehr fänden, wie das folgende Zitat aus einem FPÖ-Interview zeigt:
Schweinefleisch ist aus Kindergärten verschwunden, aber nicht aus Gesundheitsgründen, weil das ist nicht schädlicher als Rindfleisch oder Putenfleisch, es kommt immer auf die Menge an. Die Kreuze verschwinden aus Schulen jetzt manchmal. Und der Nikolo ist auch schon teilweise verschwunden, weil die Kinder fürchten sich. [...] Das gehört aber zu unserer Tradition. (FPÖ Interview 2)
Die diskursive Herstellung von Entfremdung am geographisch .eigenen' Ort macht die Mehrheitsbevölkerung zum Opfer der Fremden. Schulen sind hierfür ein dankbares Beispiel. Einer unserer Interviewpartner sieht beispielsweise deutschsprachige Schüler_innen als Opfer des durch Kinder mit nicht-deutscher Muttersprache gesunkenen Lernniveaus (RFJ Interview 1).
Der als islamisch, muslimisch oder türkisch gekennzeichnete Raum erscheint als der Raum der .Fremden', es sind Räume des ,Nicht-Wir', der .Anderen', die nicht nur als fremd, sondern auch als gefährlich gesehen werden. Diese Gefahr wird beispielsweise mittels Referenz auf den "Türkischen Nationalismus" betont - "und der ist das, was gefährlich ist" (BI Interview 2). Darüber hinaus gelten Entgrenzung bzw. Grenzenlosigkeit als gefährlich. Für eine Vertreterin der Bürger_inneninitiativen (BI Interview 1) ist die Brünner Straße in Wien ein solches Beispiel gefahrvoller Entgrenzung. Dort gebe es "irrsinnig viele türkische Geschäfte", die "keine klaren Öffnungszeiten" haben. Die zeitliche Entgrenzung führe auch zu fehlendem Respekt vor räumlichen Grenzen und komme einer Okkupation des öffentlichen Raumes durch diese Geschäfte gleich (BI Interview 1). Solche Orte werden als ungeregelt und unberechenbar präsentiert und somit als Angst auslösende Räume. Anders gesagt: Mit einer solchen Raumkonstruktion wird Unsicherheit transportiert.
Die Konstruktion solcher Zonen des Unwohlfühlens in rechtsextremen Diskursen produziert schließlich auch Ausgrenzung:
[I]n der U-Bahn fahren im 10., Davidgasse, wo schon viele Geschäfte in türkischer Hand sind, Frisör, Supermarkt. Stört mich alles nicht, aber wenn eine ganze Gegend dann quasi nur mehr aus diesen Geschäften besteht und die Einwohnerschaft auch, dann fühlt man sich natürlich unwohl. (FPÖ Interview 2)
In Abgrenzung vom fremd gezeichneten entsteht der .eigene Raum" als ein bedrohter Raum. Die konstruierte Bedrohung beginnt bereits dort, wo die .eigene* Mehrheit im räumlich sehr engen Kontext einer Straße in Frage gestellt wird, weil die .Anderen* nicht mehr als kleine und unbedeutende Minderheit wahrgenommen werden (können). Diese Angst vor einer Fragmentierung des .eigenen* Raums verlangt nach dichotomen Grenzziehungen, die den .eigenen* Raum klar von den Räumen der .Anderen* trennen. Ohne solche Grenzen ließe sich der eigene Raum nicht als homogener und harmonischer Raum hersteilen. Diese Grenzen können die nationalstaatlichen sein, aber auch räumliche Abgrenzungen innerhalb des Landes. Als symbolischer Raum der Identität, Kultur und Tradition wird der .eigene Raum* als einheitlicher Kulturraum oder als nationaler Raum verhandelt. Doch erst in der Zeichnung des .anderen* und .fremden* Ortes entsteht der eigene Ort als Wohlfühlzone, als Heimat. Indem der .andere Raum* als chaotisch, bürgerkriegserschüttert, zerstört und gespalten gezeichnet wird (BI Interview 3), erscheint der eigene Raum als ein Ort des Friedens, der Sicherheit sowie der Freiheit (u.a. Religionsfreiheit), Toleranz und Ordnung (IBÖ URL 5). Die Einheit und Eigenständigkeit dieses Raumes müsse daher bewahrt werden.
Der laute und schmutzige Raum
Eine weitere Raumkonstruktion bezieht sich auf Vorstellungen von Ruhe, Ordnung und Sauberkeit. Das Ideal des reinen und damit ungefährlichen Raumes entsteht durch die Präsentation einer verschmutzten Sphäre. Verunreinigte öffentliche Räume werden im rechten Diskurs auf mehreren Ebenen produziert. Zum einen werden konkrete Orte als laut und schmutzig dargestellt. Die BI inszeniert beispielsweise das Islamische Kulturzentrum als "Verkehrserreger" - es steigere den Auto- und Personenverkehr - und damit auch als "Erreger für die Personen" (BI Interview 2), also für die Anrainer_innen. Immer wieder wird von der Belästigung und Störung durch Lärm und Verkehr gesprochen:
Das Problem [mit dem Islamischen Kulturzentrum, Anm.: Autorinnen] ist Ruhestörung [...]. Dementsprechend [...] teilweise aggressives Verhalten, wenn die Leute aufgefordert werden, nicht so laut zu sein. Dann ist keine Ruh, sondern dann kommt es zu einem offensiven Verhalten und dadurch fühlen sich Menschen bedroht. (BI Interview 2)
Die (potenziellen) Besucher_innen des Kulturzentrums werden als störend, ja ihre (.fremde*) Präsenz als den öffentlichen Raum verunreinigend charakterisiert:
Aber da ja der Islam in mediterranen südlichen Ländern ist und die von Haus aus lauter sind, gestikulierend sind, mehr in Gruppen zusammenstehen wie wir, weil sie einfach die großen Familien sind, so entsteht nun mal der Lärm. (BI Interview 3)
In der folgenden Argumentationsfigur stören die .Anderen' nicht nur durch ihr vermeintlich lautes, aggressives Verhalten, sondern auch durch ihr Äußeres und ihre Symbole, beispielsweise durch die vom Interviewten so bezeichnete .osmanische Kriegsflagge*4, die als ruhig und friedlich dargestellte Wohngegend:
Dann gibt es dementsprechend nationalistische Äußerungen, das Vorzeigen der osmanischen Kriegsflagge, in Autos, auf Halsketterl, auf Leiberl. (BI Interview 2)
Auch türkische Geschäfte und deren Kundschaft werden als Störung problematisiert. Diese riefen "natürlich" Unwohlsein hervor, wie ein Interviewpartner betonte:
(A)ber wenn eine ganze Gegend dann quasi nur mehr aus diesen Geschäften besteht und die Einwohnerschaft auch, dann fühlt man sich natürlich unwohl. (FPÖ Interview 2)
Metaphern der Störung und Verunreinigung von Räumen werden schließlich auch mit der Idee der Vermischung von Nicht-Zusammengehörigem - nämlich der Vermischung von .Kulturen' - verknüpft. Insbesondere im Diskurs der Identitären Bewegung liegt der Schwerpunkt auf der Bewahrung von "Heimat, Freiheit und Tradition" (IBÖ URL 2) und der Reinheit von (Kultur-) Räumen (IBÖ URL 3). Sie warnen daher vor dem "großen Nihilismus", der durch Migration, Globalisierung und Islamisierung über Europa hereinbreche (IBÖ URL 2). Die Vielfalt von Kulturen an einem Ort gilt der IBÖ als gefährlich: "Hört mir auf mit .multikulturelT. Wirkt alles eher wie multikriminell" (IBÖ URL 1). Dieses framing setzt die vermeintliche Homogenität des .eigenen Raumes* gegen die bedrohliche Vermischung von Kulturen und Traditionen, durch ethnischen und kulturellen Pluralismus.
Der RFJ sieht mit ähnlichen Argumenten die Europäische Union als Raum der Zerstörung der .natürlichen* Ordnung. Unser Interviewpartner argumentierte daher gegen die "Vereinheitlichung", die "Gleichmache" und die "Zentralisierung" durch die EU - wenngleich er auch die positive Dimension des "Friedensprojekts Europa" und der wirtschaftlichen Zusammenarbeit betonte (RFJ Interview 2). Als bedrohte und zu schützende Güter erscheinen in diesem Diskurs die "kulturelle Vielfalt" im Sinne eines Nebeneinanders der europäischen Nationalstaaten und deren "nationale Souveränität". Die EU als "Zentralstaat" laufe hingegen Gefahr, "einer totalen Gleichmache" zuzuarbeiten und "die Identitäten" zu zerstören (RFJ Interview 1).
"Da wird alles vermischt, einmal stark umgerührt und es kommt in meinen Augen ein Misthaufen raus." (ebd.)
Pluralistische Räume innerhalb von Nationalstaaten werden so als unruhig, schmutzig und nicht erwünscht präsentiert. Vielfalt wird nur als Vielfalt getrennter nationaler Räume positiv konnotiert: ,,[I]ch finde diese Vielfalt schön." (ebd.)
Raumknappheit: Enge und Verdrängung
Ein weiterer zentraler Debattenstrang im untersuchten Material ist jener über Knappheit und Enge des städtischen Raums. Vor allem für die Mehrheitsbevölkerung werde der öffentliche Raum zunehmend eingeschränkt. Um diese Knappheit zu demonstrieren, wird auf konkret-physische Orte wie U-Bahnstationen oder auf das .Grätzel*5 als Raum der Zugehörigkeit Bezug genommen. Hier sei - so das rechte Narrativ - für die ansässigen Österreicherinnen kaum noch Platz. Die große Zahl an Migrant_innen, Effekt einer verfehlten Migrationspolitik, nehme der österreichischen Bevölkerung Platz weg und verdränge sie (BI Interviews 1 und 2):
[Weil] in unserer Bevölkerung der Eindruck entsteht, dass wir schon viel zu viele Migranten haben [...]. Allein durch die große Menge an Migranten, die wir haben, glaube ich, dass sich in vielen Bereichen die Österreicher in die Defensive gedrängt fühlen. (FPÖ Interview 1)
Eine unserer Interviewpartnerinnen betont, dass migrantische Gewerbetreibende ihre Geschäfte auf Gehsteige und Straßen verlagerten und damit die Passantinnen behinderten, ja förmlich verdrängten:
Ja, das ist Samstag, Sonntag, der Frisör hat die Handtücher am Weg draußen zum Trocknen, die Mütter mit den Kinderwagen müssen auf die Straße ausweichen. (BI Interview 1)
Auch die Betonung des "Parkproblems" im Umfeld des Islamischen Kulturzentrums ruft das Thema räumlicher Verknappung des der Mehrheitsbevölkerung zur Verfügung stehenden Raumes auf (BI Interview 2).
Vergeschlechtlichte und ethnisierte Räume
In rechtsextremen Diskursen wird Geschlecht in paradoxer Weise thematisiert, um darüber Inklusion ebenso wie Exklusion zu argumentieren (Mayer/Ajanovic/Sauer 2014). Die Vorstellung getrennter männlicher und weiblicher Sphären bildet eine Grundlage rechter Diskurse. Die Vergeschlechtlichung von Räumen basiert auf einer strikten Trennung von öffentlich und privat und der binären geschlechtsspezifischen Kodierung der beiden Sphären. Der öffentliche Raum ist dabei männlich markiert, während das Weibliche im privaten Raum verortet wird:
Wenn ich jetzt 50:50 [nimmt auf eine mögliche Quotenregelung in seiner Partei Bezug, Anm.: Autorinnen] machen würde, dann wäre der Mann benachteiligt, weil interessanterweise mehr Männer sich für Politik interessieren als Frauen. Das ist im Privatleben auch so, meine Freundin interessiert das genau gar nicht. (FPÖ Interview 4)
Der öffentlich-politische Raum wird damit zum Schauplatz eines Kampfes um männliche Dominanz, die durch die Präsenz von Frauen in Frage gestellt scheint. Dies erfordert im Gegenzug die Re-Etablierung eines traditionell weiblichen Raums der Privatheit, Familie und Mutterschaft (vgl. auch Geden 2006, 82). Die männliche Kodierung von Öffentlichkeit korrespondiert also mit der Feminisierung des privaten bzw. familiären Raumes (FPÖ Interviews 3 und 4). Dieser wird rhetorisch aufgewertet, die Familie gilt als "Keimzelle" der Gesellschaft und Mutterschaft wird als eine "tolle Karriere" einer Frau, ja als "ein Karriereschritt, ein gewaltiger" (FPÖ Interview 3) interpretiert.
Allerdings gilt auch diese gleichsam natürliche Sphäre der Weiblichkeit als bedroht, da sie durch den Wunsch von Frauen, beruflich Karriere zu machen und auf Mutterschaft zu verzichten, zerfalle (ebd.). Durch die Erosion der traditionellen weiblich-familiären Sphäre - hohe Scheidungsraten und eine hohe Anzahl von Alleinerzieherinnen gelten als Indizien - sei ein wichtiger sozialer Raum bedroht, in dem "Eltern den Kindern Respekt lernen" (ebd.). Durch die Auflösung der traditionellen geschlechtsspezifischen Sphären und der damit verbundenen Arbeitsteilung drohe auch ein Zerfall von Werten und schließlich der Gesellschaft, denn Kinder seien zunehmend respektlos und könnten keine "Eigenverantwortung" mehr tragen (ebd.). "(E)in bisschen zurück zur Normalität" (ebd.), d.h. zur Familie mit traditioneller geschlechtsspezifischer Arbeitsteilung, könne diesen Zerfall stoppen.
Dass Frauen die Grenze der Privatheit zur Öffentlichkeit der Erwerbsarbeit oder zur Politik überschreiten, lastete unsere FPÖ-Interviewpartnerin der Gleichstellungspolitik von SPÖ und Grünen an (ebd.). In den letzten Jahren wurde im rechten Diskurs der Begriff .Gender' zum - metaphorisch gebrauchten - Kürzel für eine vermeintlich verfehlte Gleichstellungspolitik. Ein FPÖ-Interviewpartner äußerte etwa seine Abneigung gegen "alles, was mit Gendern zu tun hat" (FPÖ Interview 2). Mit dieser Ablehnung geht freilich auch die Normalisierung, ja Rechtfertigung von Sexismus einher:
Und das ist auch ein Grund, warum ich so gerne bei der Partei bin, weil wir die einzige Partei sind, wo man sich normal ausdrücken kann und Begriffe verwenden kann, die gar nicht beleidigend gemeint sind. Und bei einer Dessous-Werbung, wo eine Frau leicht bekleidet ist, nicht gleich an Sexismus denkt. (FPÖ Interview 2)
Die Konstruktion von Geschlechterräumen, so können wir zusammenfassen, hat die Funktion, Geschlechterverhältnisse zu re-traditionalisieren, d.h. die als binäre Opposition von Mann und Frau gedachten Geschlechter in einer hierarchischen Geschlechterordnung zu positionieren, die schließlich als .natürliche' legitimiertwird. Der rechte Diskurs fordert interessanterweise einerseits ein konservatives und heteronormatives Familienbild sowie traditionelle Geschlechterverhältnisse und -räume, kritisiert aber andererseits die vermeintliche Traditionalität der .Anderen:
Ist aber oft schwer mit einem Elternhaus, wo die Frau auch [...] nicht außer Haus gehen darf, außer mit dem Mann zum Einkäufen [...] Und das ist dann für die Kinder auch nicht das ideale Elternhaus um Fuß zu fassen in unserer Gesellschaft. Das sollen sie so handhaben wie sie wollen, aber bei uns passt das halt nicht. (FPÖ Interview 2)
Geht bei den Mehrheitsösterreicher_innen die Geschlechtergleichheit zu weit, so wird bei den .Anderen" die Geschlechterungleichheit als Problem wahrgenommen:
Man muss in die Familie. Man muss ihm sagen, wie bei uns Mann, Frau gleich ist, Bub, Mädel gleich ist. Was sind die Rechte, die Pflichten? (BI Interview 3)
Ein weiterer/ramevergeschlechtlicht Orte an der Schnittstelle von Sexualität und Ethnizität bzw. Nationalität (vgl. dazu auch Geden 2006; Rosenberger/Sauer 2012; Scheibelhofer 2012). Durch die Sexualisierung des öffentlichen Raums wird eine Gruppe von Männern konstruiert, die aufgrund ihrer Nationalität oder Ethnizität, ihres Alters und ihrer Sexualität .anders' und gefährlich sind - sie sind es, die Frauen belästigen und öffentliche Räume gefährlich machen:
Aber dass dann schon oft, wenn Mädchen allein gehen über den Reumannplatz zur U-Bahn, zum Bus, dass die von ausländischen Jugendlichen, die dann quasi als Freiwild gesehen werden. Oder nicht nur von Jugendlichen, von Türken großteils. Wird nachgepfiffen und blöd angeredet. (FPÖ Interview 2)
"Ausländische Jugendliche" bzw. "Türken" erscheinen als das männliche .Andere", als Männer, die den öffentlichen Raum in sexistischer und belästigender Weise nutzen. Dieser Geschlechter-/rame präsentiert den öffentlichen Raum als durch die Anwesenheit der migrantischen .Anderen' bedroht. Junge Frauen, so die Konklusion, "trauen sich dann auch natürlich oft am Abend nicht mehr allein außer Haus" (FPÖ Interview 2). Diese verräumlichte Bedrohung lässt sich als exkludierende Intersektionalität, entlang der Differenzkategorien Geschlecht, Nationalität und Sexualität, erfassen. Durch die Problematisierung .anderer', nämlich ethnisierter Männer wird zugleich die .eigene", traditionell verfasste Männlichkeit normalisiert und als ungefährlich gedeutet.
Der bedrohte Raum. Zwischenfazit
Vielfalt schafft im rechtsextremen Diskurs .Räume der Anderen', die als .fremd' gelten. Die eingesetzten Raummetaphern münden in einem weit gefassten Bedrohungsszenario, das von der unmittelbaren physischen Bedrohung durch Migrant_innen und durch sie importiertes Chaos, über eine Bedrohung durch die Vielfalt der Lebens- oder Arbeitsformen, bis hin zur Bedrohung durch eine Verdrängung von angestammten Orten reicht. Das .Grätzel" wird zum Symbol des bedrohten und umkämpften Raumes, und Migrant_innen erscheinen als Eindringlinge in diesen ruhigen Wohnraum.
Der Bedrohungsframe impliziert auch ein Viktimisierungsargument, macht er doch die Mehrheitsösterreicher_innen zu Opfern einer raumgreifenden Migrationsdynamik. In diesem Diskurszusammenhang entsteht dabei nicht nur das .Fremde', sondern auch das .Eigene'. Der eigene Raum wird als ordentlich, ruhig und geregelt, als Raum der Geschlechtergleichheit und gleichzeitig der .richtigen' Geschlechterordnung imaginiert. In rechtsextremen Argumentationsfiguren ist der bedrohte Raum der Raum des mehrheitsösterreichischen ,Wir', der bedrohliche Raum hingegen der Raum der - in der Regel migrantischen - .Anderen' oder der durch Eliten (beispielsweise EU-Funktionäre) bestimmte Raum. Beiden Bedrohungs/rames liegt der (vermeintliche) Verlust von Dominanz und Kontrolle zu Grunde.
Alternativen und Lösungsvorschläge: der nichtplurale Raum
Begrenzung, Einheitlichkeit und Ethnopluralismus
Generell enthält unser Material deutlich ausgefeiltere und zugespitztere raumorientierte Problemdiagnosen als .Lösungen'. Doch aus dem Raumszenario der Gefährdung und Bedrohung, der Verdrängung und Verunreinigung folgt in rechtsextremen Diskursen die Begrenzung bzw. Abschließung der .eigenen' Räume, die Trennung von Räumen des ,Wir' von jenen der .Anderen' bzw. die Rückgewinnung .eigener' Orte und Bereiche. Einen wichtigen Stellenwert nehmen dabei Räume der "Gesinnungsgemeinschaft" (vgl. u.a. RFJ Interview 3), also Gemeinschaftsräume, wo sich .Gleichgesinnte" treffen können, ein. Der Gemeinschaftsraum ist in rechtsextremen Diskursen der soziale Raum der jeweiligen politischen Bewegung, Partei oder Bürger_inneninitiative (RFJ Interview 3). Dieser Gemeinschaftsraum wird hauptsächlich durch Bezüge auf die viktimisierte eigene Gruppe bzw. das - aus dem politischen Mainstream ausgeschlossene - .politische Wir" hergestellt.
Das schätzen die Leute auch sehr [...], dass sie einfach unter Gleichgesinnten sind, wo sie ihre Meinung auch frei äußern können, was ein wichtiger Punkt ist für alle Mitglieder, die der freiheitlichen Gesinnungsgemeinschaft jetzt angehören, dass sie froh sind, dass sie wirklich einmal ihren Unmut jetzt auch einmal äußern können, ohne dass sie verurteilt werden. (RFJ Interview 3)
Im Gemeinschaftsraum können die vermeintlich wahren Probleme an- und ausgesprochen werden, ohne dass gleich die "Rassismuskeule" (BI Interview 2) oder die "Nazikeule" (IBÖ URL 4) geschwungen werde. Der Gemeinschaftsraum ist also sowohl ein Raum für den (politischen) Austausch untereinander wie auch ein Rückzugsort, in dem sich die Opfer der .Political Correctness" und einer verfälschten medialen Darstellung treffen können:
Vielleicht hätten wir einfach im Namen Allahs eine amerikanische Botschaft stürmen sollen - dann hätte jeder Verständnis von wegen strukturellem Rassismus und Islamophobie etc. Oder [wie] [...] Pussy Riot [...] oder Dergleichen. Dann würde das als .Punkgebet" durchgehen und statt einer Anzeige würden uns alle gern haben. Aber als Patriot und Identitärer ist man leider der Depp vom Dienst. Egal was man macht, die Medien fuchteln mit der Nazikeule. (IBÖ URL 4)
Der Viktimisierungslogik folgend, lassen sich eigene Handlungen außerhalb des Gemeinschaftsraumes - auch aggressives Verhalten wie im Fall der Identitären - als eine Form von Notwehr bzw. Selbstverteidigung legitimieren. Doch nicht nur aggressive Aktionen, sondern auch die Verwendung von rassistischen Begriffen wird mit dieser Strategie legitimiert. Kurzum: Die Kritik an rechtsextremem Gedankengut außerhalb des Gemeinschaftsraumes wird zu einem Verbot der freien Meinungsäußerung umgedeutet, was dann wiederum Rassismus als eine Widerstandspraktik legitimiert. Bei einer Kampagne, so ein Interviewpartner des RFJ,
ging's eben darum, dass Rassismus im Lokal keinen Platz hat und für uns war's aber eben auch Rassismus, dass man jetzt hergeht und sagt okay, jetzt darf ich kei- nen M[...] im Hemd6 mehr essen. Weil für uns das absolut lächerlich ist, das in einen Zusammenhang zu ziehen. (RFJ Interview i)
Der Gemeinschaftsraum ist schließlich auch ein Raum des vorausgesetzten .einheitlichen Interesses'. Dort gibt es keine Pluralität; der Gemeinschaftsraum ist vielmehr durch eine einheitliche Gesinnung und gemeinsame Merkmale charakterisiert. So antwortete ein Interviewpartner auf die Frage, was den RFJ gegenüber anderen Organisationen auszeichne, Folgendes:
Ich sage einmal die Gemeinschaft und die Geschlossenheit auf jeden Fall, das - sagen wir - Kameradschaftsgefühl. (RFJ Interview 3)
Begrenzung, Schließung sowie diskursive Vereinheitlichung und Homogenisierung sind auch wesentliche Bestandteile weiterreichender politischer Konzepte. So schlägt die IBÖ vor, unterschiedliche Räume gegeneinander abzuschotten, ein Vorschlag, der in der Idee des Ethnopluralismus gründet. Der Ethnopluralismus geht zwar von einer Vielfalt der .Völker" aus, allerdings müssten diese in eigenständigen kulturellen Räumen bewahrt werden, weil sie nur so "voneinander [...] lernen" könnten (IBÖ URL 2). Daraus folgen Trennung und strikte Grenzziehung zwischen Räumen sowie die Verhinderung von grenzüberschreitender Mobilität und Migration. Die Wiedereinführung von (inneren und äußeren) Grenzen angesichts vielfältiger Entgrenzungstendenzen, also ein anti-pluralistisches Projekt, ist ein immer wieder vorgebrachtes Lösungsszenario bei unseren Interviewpartner_innen.
Öffentlich versus privat: die Rückgewinnung traditioneller Geschlechterräume
Die Bezugnahme auf Geschlechterräume ist im rechten Diskurs, wie oben dargelegt, höchst ambivalent: So hat es den Anschein - nämlich dann, wenn die Toleranz der .Anderen" beispielsweise in Bezug auf Frauenrechte und die Ungleichbehandlung von Mädchen und Jungen in der Familie bemängelt wird - als sci Geschlechterpluralität im Sinne einer gleichberechtigten Teilhabe von Frauen durchaus erwünscht. Allerdings zeigt unser Material, dass diese Forderung an die .Anderen" stets zur Abgrenzung der .eigenen' Gruppe von der als homogen und traditionell phantasierten Gruppe der .Anderen" dient. Schließlich drücken die widersprüchlichen Verweise auf Familie und Mutterschaft eine gewisse "Sehnsucht" (Klammer 2013, 79) nach klar geformten .normalen", also nicht-pluralen Geschlechterräumen mit konventioneller geschlechtsspezifischer Arbeitsteilung aus (FPÖ Interview 3, 4). Diskursiv wird damit eine erwünschte, gleichsam ideale feminisierte Privatheit geschaffen. In der (Wieder-)Herstellung weitgehend separierter Aufgabenbereiche von Männern und Frauen sowie getrennter geschlechtsspezifischer Sphären gründet auch das ideale Gesellschaftsmodell der von uns untersuchten Organisationen.
Damit korrespondiert ein exklusiver, homogenmännlicher, politisch-öffentlicher Raum, der durch eine Männlichkeit charakterisiert ist, die sich nicht nur im Gegensatz zu (privatisierter) Weiblichkeit versteht, sondern auch als national definierte Männlichkeit von .anderen' Männern abgrenzt. Über die Wiederherstellung traditioneller Geschlechterräume hinaus transportiert die Vorstellung der Trennung von privat und öffentlich daher auch exkludierende Vorstellungen gegenüber .Anderen'. Nicht nur (österreichische) Frauen sollen aus dem Raum des Öffentlichen ausgeschlossen werden, sondern auch und vor allem Migrant_innen. Konkret richtet sich diese Exklusion gegen .andere' Männer, deren Ausschluss aus dem Raum .normaler' Männlichkeit durch die Überlagerungen von Geschlecht, Sexualität und Ethnizität bzw. Nationalität legitimiert wird.
Anti-plurale Landschaften. Fazit
In rechtsextremen Diskursen entstehen Räume des ,Wir", des .Eigenen' und Räume der .Anderen", Räume, die sich deutlich unterscheiden und durch klare Grenzen getrennt bleiben sollen. Unsere Analyse exkludierender und anti-pluralistischer Raumkonstruktionen konnte zeigen, dass Problemkonstruktionen vergleichsweise differenziert und vielfältig sind, dass aber die angebotenen Alternativen und Lösungen schlicht bleiben. Allen untersuchten Gruppen ist gemein, dass sie eine Bedrohung von Räumen durch Vielfalt, Pluralität und Andersheit wahrnehmen. Die Raumanordnungen in rechtsextremen Diskursen in Österreich lassen einen muslimischen, islamischen oder auch türkischen, auf jeden Fall .anderen' und daher gefährlichen, zu unterwerfenden, zu begrenzenden und auszugrenzenden Ort entstehen. Diese Raumkonstruktionen werden mit Vorstellungen von bedrohlichen Tätern und von Opfern - die homogen gedachte Gruppe der Mehrheitsösterreicher_innen - verbunden. In dieser Abgrenzung können letztere als ein ,Wir", als eine eigene und distinkte Gruppe gefasst werden.
Um die bedrohlichen Räume zu beseitigen und die bedrohten Räume zu retten, so folgern die untersuchten Gruppierungen, gibt es nur ein probates Mittel, nämlich Homogenität und die Bekämpfung von Pluralismus, d.h. die Errichtung von Grenzen. Der Bedrohung durch Vielfalt kann freilich durch die diskursive Konstruktion eines Gemeinschaftsraumes, eines .eigenen Raumes" begegnet werden - eine Vorstellung, die allerdings in einen ausschließenden und homogenisierenden Antipluralismus mündet. Ein solches framing zielt in erster Linie auf eine enge Begrenzung der Zuwanderung bzw. eine Schließung der österreichischen Grenzen. Es wird aber auch eine Assimilation von Migrant_innen an eine vermeintlich ausmachbare österreichische Kultur und Tradition verlangt, wobei Assimilation und Exklusion hier eng verschränkt sind und Inklusion das Verschwinden der .Anderen" als .Andere" zur uneinlösbaren Voraussetzung hat.
Die Stigmatisierung von .Anderen" - in unserem Material sind dies hauptsächlich Migrant_innen, aber auch Frauen, die nicht den Normen der traditionellen familiären Arbeitsteilung und Lebensform entsprechen wie Alleinerzieherinnen - normalisiert zugleich auch das .Eigene'. Dieses erscheint als das Erwünschte - sci es die heterosexuelle Familie mit traditioneller Arbeitsteilung zwischen Frauen und Männern, sci es die öffentlichpolitische Sphäre, die als homogen-männlich verstanden wird. Eine klare gesellschaftliche Ordnung korrespondiert mit separierten Geschlechterräumen: Die Trennung zwischen dem öffentlichen und dem privaten Raum lässt den öffentlichen als .natürlich" männlichen und den privaten als .natürlich" weiblichen erscheinen. Unsere raumbezogene Analyseperspektive macht also auch deutlich, welche Funktion interagierende rassistische und sexistische (stets auch homophobe) Konstruktionen im rechten Diskurs einnehmen.
Die Schaffung von (bedrohten und bedrohlichen) Räumen erfüllt in rechtsextremen Diskursen also eine Ordnungsfunktion, die mit der Idee eines homogenen Interessenkollektivs des ,Wir' korrespondiert. Die .Landschaften', die auf diese Weise entstehen, sind solche der .Einfalt', sie sollen nicht vielfältig und plural sein, sondern selektiv einheitlich und homogen. Khaldoun Samman (2012) hat in historischer Perspektive ein solches "spacing" als Form von Islamophobie und "Othering" herausgearbeitet. Mit Bezug auf Dipesh Chakarbarty (200, 9), lässt sich schlussfolgern, dass in österreichischen rechtsextremen Diskursen die .Anderen' nicht in einen "waiting room" der Geschichte verbannt werden, wo sie zivilisatorisch .aufholen' könnten, sondern - ganz der Logik des biologistisch-essentialistischen Rassismus der .alten' extremen Rechten folgend - ein permanenter Ausschluss der .Anderen' angestrebt wird.
The authors have declared that no competing interests exist.
1 Salzborn (2014, 23) weist darauf hin, dass Rechtsextremismus "immer auf geopolitischen und raumordnenden Elementen" basiert, da "Volk und Raum zusammengedacht werden". Schließlich ist auch die Zeitdimension für rechtsextreme Diskurse relevant, der "Umgang mit Vergangenheit und Geschichte als Legitimation des eigenen Handelns" (ebd., 25). Unser Text will vor allem die räumliche Feinstrukturierung des rechten Diskurses herausarbeiten.
2 Die Projekte waren ko-finanziert durch die Europäische Union. Das Projekt RAGE im Rahmen des Programms Fundamental Rights and Citizenship der DG Justice (Grant JUST/2012/FRAC/AG/2861) und das Projekt e-EAV durch das DAPHNE Programm (Grant JUST/2011/ DAP/AG/3195).
3 Die lnterviewpartner_innen wurden teilweise nach dem Schneeballprinzip ausgewählt, da es in manchen Fällen nicht ausreichte, Personen direkt zu kontaktieren. Im Juni und Juli 2013 führten wir fünf Interviews mit Vertreterinnen des RFJ, vier Interviews mit Vertreterinnen der FPÖ sowie drei Interviews mit Vertreterinnen der BI. Die Wahl des Ortes blieb dabei den Interviewpartnerinnen überlassen, die Gespräche fanden teils in deren Büros, teils in öffentlichen Räumen statt.
4 Aus dem Interview wurde nicht klar, ob sich der Interviewpartner tatsächlich auf die rot-grüne Flagge der Osmanischen Armee bezog oder auf eine andere Version der türkischen Fahne.
5 Als .Grätzel' wird ein (Stadt-)Viertel bezeichnet, mit dem sich die Bewohnerinnen identifizieren können. In Wien meint .Grätzel' meist Teile eines Gemeindebezirkes.
6 Der M[...] im Hemd ist eine österreichische Schokoladensüßspeise, die in kolonialer Tradition lange Zeit unhinterfragt unter einer rassistischen Bezeichnung verkauft wurde.
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Zitiertes Analysematerial (Identitäre Bewegung Österreichs)
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Edma Ajanovic1, Stefanie Mayer1 und Birgit Sauer1'*
1 Universität Wien, Institut für Politikwissenschaft, Wien, Austria
* E-Mail: [email protected]
Autorinnen
Edma Ajanovic ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Politikwissenschaft, Universität Wien. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Rechtspopulismus und Rassismus in Österreich, Geschlechter- und Entwicklungsaspekte von Migration, transnationale und translokale Praktiken von Migrant_innen.
Stefanie Mayer arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Politikwissenschaft, Universität Wien. Ihre Forschungsschwerpunkte sind feministische Theorie und Politik, kritische Forschung zu Rassismus und Nationalismus.
Birgit Sauer ist Professorin am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien und leitete die EUForschungsprojekte e-EAVund RAGE in Österreich. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Governance und Staat, Politik der Geschlechterverhältnisse sowie Politik und Emotion.
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Abstract
The article at hand scrutinizes anti-pluralist constructions of space in right-wing extremist discourses in Austria. Applying a perspective of doing space we are able to identify frames and categories, which right-wing actors use to construct an anti-pluralist landscape. Our analysis confirms that right-wing discourses are based on the idea of society as non-pluralist. This idea is produced through the construction of spaces - 'public' and 'private', 'other' and 'our' space. Focussing on the construction of contested spaces we show how references to alleged differences in ethnicity, nationality, culture, religion and gender and their intersections are used to legitimize inclusion and exclusion in right-wing discourses and practices. Finally, our analysis points out that these anti-pluralist constructions are based on two central frames: the frame of threat (by 'the other' and by pluralism) and the frame of victimization (of the 'own group').
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